Am Dienstagabend, dem 19. Mai, ereignete sich in der Hördlertorstraße in Schwabach ein schwerer Brand, der die Kriminalpolizei auf den Plan rief. Schnell wurde der Verdacht auf Brandstiftung geäußert, und die Ermittler haben nun eine 47-Jährige als Verdächtige im Blick. Es war ein Schock für die Anwohner, die noch immer die Auswirkungen des Geschehens verarbeiten müssen. Die Polizei wollte zunächst keine definitive Aussage zur Brandursache treffen, lässt jedoch durchblicken, dass die Umstände mehr als nur Zufall vermuten lassen.
Die Sorgen in der Gemeinde sind groß, denn es ist nicht der erste Vorfall dieser Art. Am 6. Mai 2025, nur wenige Wochen zuvor, brach in der Nürnberger Straße der Dachstuhl eines unbewohnten Gebäudes in Vollbrand aus. Die Feuerwehr musste damals bereits die Bewohner evakuieren, da es bereits das dritte Mal war, dass in diesem Haus ein Feuer ausbrach. Die Einsatzkräfte waren um 21:05 Uhr vor Ort und kämpften gegen die Flammen, die den gesamten Dachstuhl in Beschlag genommen hatten. Die Zwischendecke über dem zweiten Obergeschoss brach sogar unter der Hitze zusammen.
Die Ermittlungen laufen
Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen wegen schwerer Brandstiftung bereits aufgenommen. Interessanterweise gibt es Hinweise auf eine Frau mit einem Hund, die am Abend des 6. Mai das Wohnanwesen betreten hat. Ihre mögliche Verbindung zur Brandlegung wird nun eingehend untersucht. Zeugen, die zwischen 20:30 Uhr und 21:30 Uhr eine solche Frau im Bereich des Mehrfamilienhauses gesehen haben, sind aufgerufen, sich zu melden.
Der Schaden, der durch den Brand entstanden ist, wird auf rund 750.000 Euro geschätzt. Das ist eine Summe, die nicht nur die Feuerwehr, sondern auch die betroffenen Anwohner schockiert. Immerhin wurde die Feuerwehr Schwabach, zusammen mit den Stadtteilfeuerwehren Limbach und Unterreichenbach, mit rund 20 Fahrzeugen und zahlreichen Einsatzkräften aktiv, um das Feuer zu löschen. Nach fünf stundenlangen Kampf gegen die Flammen konnte die Feuerwehr den Brand schließlich gegen 2:25 Uhr löschen.
Ein besorgniserregender Trend
Diese Vorfälle werfen Fragen auf. Warum brennen immer wieder die gleichen Gebäude? Die Nachbarschaft ist verunsichert, und die Polizei hat die umliegenden Straßen abgeriegelt und vorsorglich 14 Bewohner des Nachbarhauses evakuiert – auch sie wurden durch den Rettungsdienst und das Technische Hilfswerk betreut. Diese Maßnahmen zeigen, wie ernst die Lage ist. Nach etwa zweieinhalb Stunden konnten die evakuierten Bewohner wieder in ihre Wohnungen zurückkehren, aber die Angst bleibt.
Die ersten beiden Brände in dem unbewohnten Gebäude ereigneten sich bereits Ende März und Mitte April. Der erste Brand, bei dem mehrere Fahrräder im Treppenhaus in Flammen aufgingen, führte zu einer leichten Rauchvergiftung eines 20-Jährigen. Der zweite Vorfall bleibt bisher im Dunkeln, was die Ermittlungen zusätzlich erschwert. Die Situation in Schwabach, die eine ruhige Stadt sein sollte, wird immer mehr von diesen beunruhigenden Ereignissen überschattet.