Der 1. Juni 2016 ist ein Datum, das sich tief in die Herzen der Menschen in Simbach am Inn eingegraben hat. Zehn Jahre nach der verheerenden Flutkatastrophe, die fünf Menschen das Leben kostete und die Stadt in ein Chaos der Zerstörung stürzte, wird nun auf vielfältige Weise erinnert. Viele Wunden sind inzwischen geheilt, aber die Narben der Tragödie sind nach wie vor sichtbar und prägen das Leben in der Region. Die Erinnerungen an die dramatischen Stunden, die alles veränderten, sind noch lebendig.

Am letzten Mai-Wochenende und am Jahrestag selbst wird dieser dunkle Abschnitt der Geschichte mit verschiedenen Veranstaltungen gewürdigt. Am 31. Mai wird in der Stadtpfarrkirche St. Marien W. A. Mozarts Requiem aufgeführt. Ein Projektchor, bestehend aus fast 80 Sängerinnen und Sängern, hat sich seit Februar auf dieses besondere Ereignis vorbereitet, unter der einfühlsamen Leitung von Petra Enghofer. Ein Kammerorchester und ein Bläserensemble aus Oberösterreich unterstützen die Aufführung, die den Zuhörern sicherlich unter die Haut gehen wird. Solisten wie Katharina Wittmann (Sopran) und Wilfried Michl (Bass) werden ihr Bestes geben, und das Beste daran? Der Eintritt ist frei!

Gedenkveranstaltungen und ökumenischer Gottesdienst

Am 1. Juni um 19 Uhr findet dann ein ökumenischer Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche statt, geleitet von Dekan Joachim Steinfeld und Pfarrer Christian Muschler. Auch hier wird musikalisch auf hohem Niveau aufgetischt – Vokalissimo sowie talentierte Solisten an Querflöte und Orgel werden die Atmosphäre bereichern. Bürgermeister Klaus Schmid und Landrat Martin Koppmann werden in ihren Ansprachen der Ereignisse gedenken und die Bedeutung des Zusammenhalts in der Gemeinde betonen.

Bereits am 29. Mai wird die Sonderausstellung im Heimatmuseum eröffnet, die die Flutkatastrophe und deren Auswirkungen auf die Stadt in den Fokus rückt. Sie bietet eine hervorragende Gelegenheit, sich mit den Schicksalen der Menschen auseinanderzusetzen, die damals betroffen waren. Die Ausstellung wird sicher viele bewegende Geschichten und Eindrücke liefern, die uns noch lange in Erinnerung bleiben werden.

Die Flut von 2016

Zur Erinnerung: Die Flutkatastrophe, die Simbach und den Landkreis Rottal-Inn 2016 heimsuchte, war das Resultat eines komplexen Abflussgeschehens. Ein versagender Straßendamm und ein gebrochener Hochwasserschutzdeich führten zu einem katastrophalen Wasseranstieg. Der Pegelstand in Simbach erreichte unglaubliche 5,06 Meter, während die Abflussspitze bei 280-300 m³/s lag. Über zwei Millionen Kubikmeter Wasser sammelten sich in Poldern, und selbst die Schöpfwerke waren überfordert. Es war ein Desaster, das viele Menschen in den Abgrund stürzte und die Stadt für lange Zeit in den Schatten der Zerstörung hüllte.

Das Bayerische Landesamt für Umwelt beauftragte die Universität für Bodenkultur (BOKU) in Wien, die Ereignisse zu dokumentieren und zu analysieren. Die Ergebnisse dieser Untersuchung waren erschreckend, zeigten aber auch, wie wichtig es ist, aus solchen Tragödien zu lernen. Die Erfassung von Daten und Erfahrungen, die durch systematische Befragungen und eine umfassende Dokumentation gewonnen wurden, wird in Zukunft helfen, ähnliche Katastrophen besser zu bewältigen.

Während wir uns nun auf die bevorstehenden Veranstaltungen vorbereiten, bleibt die Hoffnung, dass die Erinnerungen an die Tragödie nicht nur als Mahnung dienen, sondern auch dazu beitragen, dass die Gemeinschaft zusammenwächst. In einem kleinen bayerischen Ort wie Simbach am Inn sind solche Ereignisse mehr als nur Zahlen und Daten – sie sind Teil unserer Identität und unseres Zusammenhalts. Und so blicken wir mit einer Mischung aus Trauer und Dankbarkeit auf die kommenden Tage.