In der 74. Sitzung des Gemeinderats Roßbach wurde ein bemerkenswerter Meilenstein erreicht: Bürgermeister Ludwig Eder verabschiedete sich nach stolzen 12 Jahren als Bürgermeister und 24 Jahren in der Kommunalpolitik. In seiner letzten Sitzung zog Eder eine umfassende Bilanz und hob die Erfolge hervor, die die Gemeinde für ihre rund 3000 Bürger erzielt hat. Unter seiner Ägide wurden bedeutende Fortschritte gemacht, darunter die Übertragung der Standesamtsaufgaben an den Markt Arnstorf, die anfangs auf Skepsis stieß, sowie die umfassende Modernisierung und Digitalisierung der Verwaltung, die mit der Zertifizierung als „Digitales Rathaus“ gekrönt wurde.

Die letzten 12 Jahre waren geprägt von intensiven Investitionen und Projekten. Der Bauhof wurde nicht nur technisch, sondern auch organisatorisch modernisiert. Besonders hervorzuheben sind die Fortschritte im Ausbau der Infrastruktur, insbesondere bei der Wasserversorgung und dem Glasfasernetz. Auch in die Bildungseinrichtungen wurde kräftig investiert, etwa in die Modernisierung von Schulen und Kindertagesstätten. Trotz globaler Unsicherheiten gelang die Sanierung der Kläranlage erfolgreich, und der Schuldenstand der Gemeinde konnte merklich gesenkt werden.

Ein Blick in die Zukunft

Nachfolger Lukas Schmalhofer übernimmt eine gut aufgestellte Gemeinde, die jedoch auch vor Herausforderungen steht, wie der Wasserversorgung und dem Kanalnetz. Eder dankte dem Gemeinderat und der Verwaltung für die Unterstützung während seiner Amtszeit und verabschiedete mehrere Gemeinderäte, die maßgeblich zur Entwicklung der Gemeinde beigetragen haben.

Die letzte Sitzung des Gemeinderats für 2023 beinhaltete zudem wichtige Beschlüsse, darunter die Festlegung der Strom- und Gaslieferverträge für 2024. Einstimmig entschied man sich, die Energieversorgung von Süwag zu beziehen, dessen Angebot über 50 % unter den aktuellen Marktpreisen liegt, die aufgrund des Ukraine-Kriegs und schwankender Rohstoffpreise stark gestiegen sind. Um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, wurde die Verwaltung ermächtigt, die Verträge abzuschließen.

Regelungen und zukünftige Projekte

Ein weiterer Punkt auf der Tagesordnung war die Anpassung der Hundesteuersatzung an die veränderte Rechtslage. Die neue Satzung, die die alte von 2002 ersetzt, verpflichtet Hundehalter dazu, ihre Tiere innerhalb von 14 Tagen bei der Verbandsgemeinde Rengsdorf-Waldbreitbach anzumelden. Außerdem werden die Höhe der Hundesteuer und die Ausgabe einer Hundesteuermarke, die im Eigentum der Ortsgemeinde bleibt, jährlich überprüft.

Ein weiteres wichtiges Thema war die Beratung zum Wärmeplanungsgesetz, das die Planungs- und Investitionssicherheit für die Wärmeversorgung verbessern soll. Der Gemeinderat beschloss, die kommunale Wärmeplanung auf die Verbandsgemeinde Rengsdorf-Waldbreitbach zu übertragen, wobei Fördermöglichkeiten von 90 bis 100 % für finanzschwache Kommunen in Aussicht stehen. Ortsbürgermeister Thomas Boden berichtete außerdem über einen erfolgreichen Seniorenausflug nach Bonn und dankte dem Gemeinderat für die gute Zusammenarbeit im Jahr 2023.

Zu den laufenden Projekten zählen unter anderem die Bauarbeiten am Kolpinghaus in Reifert, der An- und Umbau der Kita für 80 Kinder sowie das Baugebiet „Auf’m Scheuerchen Kopf“, das kurz vor der Fertigstellung steht. Zudem wird der Glasfaserausbau im Mai 2024 beginnen, während die Fertigstellung des Hochwasserschutzkonzeptes in Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeinde ansteht.

Abschließend wird die Ansiedlung des „Tante-M Shops“ für 2024 erwartet, was der Gemeinde zusätzliche Perspektiven eröffnen wird. Mit diesen Weichenstellungen blickt die Gemeinde Roßbach optimistisch in die Zukunft, bereit, die Herausforderungen anzunehmen und gleichzeitig die Lebensqualität der Bürger weiter zu steigern.