In der kleinen Stadt Roth, wo die Luft frisch und die Menschen herzlich sind, sorgt ein Thema für Gesprächsstoff unter den Rentnern: Roth-Konvertierungen. Ein US-Ehepaar, 80 und 85 Jahre alt, hat es mit einem Vermögen von rund 950.000 US-Dollar in traditionellen und Roth-IRAs sowie einem Wertpapierdepot von etwa 1 Million US-Dollar ordentlich geschnallt. Das Ehepaar lebt ganz entspannt von seinen Renten- und Sozialversicherungseinkünften von jährlich 110.000 Dollar, die alle laufenden Grundausgaben decken. Doch ein Finanzberater hat eine unerwartete Empfehlung ausgesprochen: Er drängt das Paar, weitere Roth-Konvertierungen vorzunehmen. Das hat die 80-jährige Ehefrau ins Grübeln gebracht. Warum diese Dringlichkeit?

Nun, bei einer Roth-Konvertierung wird Geld aus einem traditionellen IRA in einen Roth-IRA übertragen, und die Steuer auf diesen Betrag wird im Jahr der Umwandlung fällig. Das klingt erstmal nicht schlimm, aber man sollte bedenken, dass traditionelle IRAs bei der Einzahlung steuerlich begünstigt sind. Für spätere Entnahmen muss dann jedoch Einkommensteuer gezahlt werden. Auf der anderen Seite werden Roth-IRAs mit bereits versteuertem Geld gefüllt, und qualifizierte spätere Entnahmen sind in der Regel steuerfrei. Das klingt doch eigentlich verlockend, oder?

Die Konsequenzen der RMDs

Ein weiterer wichtiger Punkt sind die sogenannten Required Minimum Distributions (RMDs), die ab dem Alter von 73 Jahren fällig sind. Diese Pflichtentnahmen aus traditionellen IRAs und 401(k)s können als normales Einkommen besteuert werden und haben einige unangenehme Nebenwirkungen: Sie könnten die Steuerklasse erhöhen, den steuerpflichtigen Anteil der Sozialversicherungsleistungen steigern und sogar höhere Medicare-Prämien verursachen. Das Ehepaar, das fröhlich in seinen Ruhestand genießt, könnte mit den RMDs also schnell in eine schwierige Lage geraten.

Warum ist das relevant? Es stellt sich heraus, dass die RMDs mit dem Alter ansteigen. Ein Beispiel: Bei einem Kontoguthaben von 500.000 US-Dollar müsste ein 80-Jähriger rund 24.752 US-Dollar entnehmen, was 4,95 % entspricht. Diese Summen könnten das steuerpflichtige Einkommen im Ruhestand erheblich erhöhen und somit auch die Steuerlast. Ein cleverer Schachzug wäre also, die Roth-Konvertierung bereits vor Beginn der RMDs zu planen, um die Steuerlast für die Erben zu reduzieren.

Planung ist alles

Die Planung sollte individuell erfolgen. Man sollte auch die Auswirkungen auf die Krankenversicherungsbeiträge und andere einkommensabhängige Leistungen im Auge behalten. Auch die Liquidität zur Zahlung der Umwandlungssteuer ist ein wichtiger Punkt. Schließlich möchte man nicht in die Bredouille geraten, wenn die Steuerrechnung ins Haus flattert. Es gibt keinen festen Rahmen für Roth-Konvertierungen. Es gibt keine jährliche Dollarobergrenze oder Einkommensgrenze, was bedeutet, dass Paare wie unser Roth-Ehepaar durchaus die Möglichkeit haben, strategisch vorzugehen.

Ein weiterer Aspekt, den man nicht außer Acht lassen sollte, ist der sogenannte IRMAA-Zuschlag für Medicare. Die Schwellenwerte für 2026 sind klar: Ein gemeinsames Einkommen von bis zu 218.000 US-Dollar führt zu keinen Zuschlägen, aber wer darüber liegt, zahlt für Part B und Part D ordentlich drauf. Das Ehepaar sollte also genau abwägen, wie viel sie konvertieren, ohne in die nächste Steuerklasse oder IRMAA-Stufe zu rutschen.

Fazit: Es ist ein komplexes Thema, das viel Raum für Strategien lässt. Die optimale Vorgehensweise hängt von vielen Faktoren ab: Alter, Familienstand, Vermögensaufteilung und auch von der Höhe der erwarteten künftigen Steuersätze. Für das Ehepaar in Roth könnte die Entscheidung über die Roth-Konvertierung weitreichende Folgen haben – finanziell und emotional. Und so bleibt der Kaffee am Nachmittag in der kleinen Stadt nicht nur ein Genuss, sondern auch ein Anlass für angeregte Diskussionen über Steuern und Vermögensplanung.