Kultur im Konflikt: Brüche und Brücken an der Justus-Liebig-Universität Gießen
In der beschaulichen Universitätsstadt Gießen ist etwas Großes im Anmarsch! Im Wintersemester 2026/27 startet die Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) eine spannende Ringvorlesung, die unter dem Titel „Kultur im Konflikt: Brüche und Brücken“ steht. Da wird’s wohl spannend! Die Reihe widmet sich gesellschaftlichen Konflikten und Debatten, und das nicht nur aus einer Perspektive. Wissenschaft, Politik und Publizistik kommen hier zusammen, um über Themen zu diskutieren, die uns alle betreffen: von der politischen Debattenkultur über Erinnerungskultur bis hin zu den Herausforderungen, die Künstliche Intelligenz und Populismus mit sich bringen. Das klingt nach einer wahren Schatzkiste an Wissen und Austausch! Die Veranstaltungen richten sich an das Publikum aus Universität, Stadt und Region – also, es ist wirklich für jeden etwas dabei!
Kuratieren wird das Ganze das International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) der JLU, und die Federführung liegt in den Händen von Dr. Jens Kugele. Der Auftakt der Ringvorlesung findet am Montag, den 2. November, um 19:15 Uhr in der Aula der JLU statt. Und wer könnte besser den ersten Stein ins Rollen bringen als Michael Roth, Staatsminister a. D. und Politiker? Sein Vortrag mit dem Titel „Aushalten und Haltung. Über die Bedingungen demokratischer Streitkultur“ wird sicherlich viele zum Nachdenken anregen.
Ein Blick auf die Themen und Referenten
Die Ringvorlesung verspricht eine spannende Palette an Themen. Am 9. November wird Prof. Dr. Anke Hilbrenner von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf über „Erinnerungskulturen im Konflikt: Der Hitler-Stalin-Pakt und der Beginn des Zweiten Weltkriegs in Ostmitteleuropa“ sprechen. Sie wird den berühmten Pakt von 1939 unter die Lupe nehmen – ein Thema, das nicht nur die Geschichtsbücher füllt, sondern auch heute noch relevant ist. Da wird’s sicher interessant, wie verschiedene europäische Länder diesen Krieg unterschiedlich erinnern und welche Auswirkungen dies bis heute hat.
Ein weiterer spannender Termin ist der 30. November, an dem Dr. Aljoscha Burchardt vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Berlin über „KI, Gestaltung und Diskurskultur“ sprechen wird. Mit einem Blick auf die Risiken und Nebenwirkungen, die diese Technologie mit sich bringt, wird auch hier ein kritischer Diskurs gefördert. Wer denkt, dass alles nur digital ist, der irrt sich gewaltig, denn die Auswirkungen auf unsere Kultur sind enorm!
Die Herausforderungen der Debattenkultur
Und das ist noch lange nicht alles! Am 7. Dezember wird Prof. Teresa Koloma Beck der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg beleuchten, wie sich Weltpolitik und der Alltag von Wissenschafts- und Kulturinstitutionen nach dem 7. Oktober 2023 verändert haben. Ein Thema, das ganz frisch und aktuell ist – wir leben schließlich in bewegten Zeiten.
Im neuen Jahr, genauer gesagt am 18. Januar, wird Prof. Meron Mendel von der Bildungsstätte Anne Frank und der Frankfurt University of Applied Sciences sich mit „Die Empörungsfalle. Wie wir wieder streiten lernen“ auseinandersetzen. Ein Thema, das uns in Zeiten von Social Media und allgegenwärtiger Empörung ganz besonders beschäftigt. Und schließlich wird Dr. Christoph Bartmann am 25. Januar über „Streitfall Kultur. Der Kampf um ‚Hegemonie‘ in der Ära des Populismus“ referieren. Da können wir uns auf eine lebhafte Diskussion freuen!
Ein historisches Erbe
Die Auseinandersetzung mit dem Hitler-Stalin-Pakt, der am 23. August 1939 unterzeichnet wurde, stellt einen zentralen Punkt in der Erinnerungskultur dar. Die unterschiedlichen Perspektiven, wie dieser Pakt in verschiedenen Ländern wahrgenommen wird und welche Implikationen er bis heute hat, werden von Historikern intensiv diskutiert. Die Fragen, die sich hierbei stellen, sind nicht nur historischer Natur, sondern haben auch einen aktuellen Bezug. Wie kommt es, dass verschiedene Länder und Kulturen so unterschiedliche Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg haben? Und inwiefern beeinflusst das unser heutiges Verständnis von Geschichte und Identität?
Ein Beispiel dafür ist die offizielle Bezeichnung des Vertrags und warum sich der Begriff „Hitler-Stalin-Pakt“ in Deutschland durchgesetzt hat. Historiker sind sich uneinig über die Motivation Stalins im Jahr 1939. War es ein pragmatischer Schritt zur Sicherung der Sowjetunion oder ein strategisches Spiel, um die kapitalistischen Mächte gegeneinander auszuspielen? Diese und viele weitere Fragen sind es, die die Vorträge in der Ringvorlesung ansprechen werden und uns zum Nachdenken anregen.
Die Ringvorlesung an der JLU ist also nicht nur ein Event, das die akademische Gemeinschaft anzieht – es ist eine Einladung an alle, sich in den Diskurs einzubringen und zu fragen, wie wir miteinander umgehen wollen. Ein Blick in die Zukunft, der uns zeigt, dass gerade in schwierigen Zeiten der Dialog und das Verständnis füreinander unerlässlich sind.
