Heute ist der 5.11.2026 und wir sind hier in Roth, um über zwei außergewöhnliche Brüder zu berichten, die nicht nur im SalzburgerLand beheimatet sind, sondern auch die österreichischen Farben bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina vertreten. Thomas und Stefan Rettenegger sind nicht einfach nur Sportler in der Nordischen Kombination. Sie sind Geschwister, die vom gleichen Stern der Leidenschaft für die Berge und den Sport angezogen werden. Ihre Geschichte ist eine, die von schweißtreibendem Training, familiären Wurzeln und großen Träumen geprägt ist.

Aufgewachsen in Pfarrwerfen, in einer Familie, die die Berge atmet, haben die beiden Brüder von klein auf die Faszination für den Wintersport in sich getragen. Ihr Vater, ein Bergretter, und ihre Mutter, die ebenfalls eine große Vorliebe für die alpine Natur hat, waren die ersten, die sie auf die Pisten und in die Wälder führten. Wandern, Skifahren und das Erkunden der Natur waren feste Bestandteile ihrer Kindheit – oft zog es sie zur Werfener Hütte, jener beeindruckenden Schutzhütte auf 1.969 Metern, die die höchstgelegene bewirtschaftete Hütte im Salzburger Tennengebirge ist. Hier, inmitten der Berge, machten sie ihre ersten Skisprünge auf selbstgebauten Schanzen, und so begann ihr Weg in die Welt der Nordischen Kombination.

Olympia-Premiere und Medaillenträume

Die Olympischen Winterspiele 2026 sind für die Rettenegger-Brüder nicht nur ein sportliches Highlight, sondern auch eine Premiere. Mit Thomas, 26 Jahre alt, und Stefan, 24 Jahre alt, stellen sie zwei von drei österreichischen Startern und haben sich gemeinsam für diesen großen Wettkampf qualifiziert. „Es ist ein ganz besonderer Erfolg, den wir zusammen erreicht haben“, sagt Thomas stolz. Die beiden wollen jedoch nicht nur teilnehmen, sondern auch um Medaillen kämpfen. Sie haben das Potenzial dazu, insbesondere nach Thomas‘ ersten Weltcuprennen in Trondheim und Ramsau, wo er seine ersten Siege einfing.

Stefan hat sich ebenfalls viel vorgenommen. „Ich möchte meine konstanten Leistungen bei Olympia bestätigen“, erklärt er. Er denkt an die letzten Wettkämpfe, bei denen er beim Seefeld-Triple nur um 3,7 Sekunden an seinem ersten Weltcupsieg vorbeischrammte. „Das ist ein Ansporn für mich.“ Es ist klar, dass die Brüder nicht einfach nur auf dem Podium stehen wollen; sie haben das Ziel, das Podest zu erklimmen und die Medaillen zu gewinnen, die sie sich so sehr erhoffen.

Training und familiäre Bindungen

Die Trainingsroutine ist für beide Brüder intensiv. Thomas lebt in Rif, nahe dem Olympiazentrums Salzburg-Rif, wo er sein Krafttraining absolviert und auf Skirollern trainiert. Seine Einheiten am Rossfeld sind legendär und die Ausfahrten zum Gaisberg sowie zu den malerischen Seen in der Umgebung gehören zur Routine. In Innsbruck, wo Stefan mit seiner Verlobten Lena lebt, trifft man ihn oft auf der Skisprungschanze in Bischofshofen oder beim Klettern mit seinem Vater, der ihn immer wieder inspiriert. „Diese Zeit mit der Familie ist unbezahlbar“, sagt Stefan, der auch regelmäßig zurück ins SalzburgerLand kehrt.

Die Brüder sind sich einig, dass der Rückhalt der Familie und die gemeinsamen Erlebnisse im Training sie stark machen. Thomas gilt als besonders guter Skispringer und hat sich für die kommende Saison vorgenommen, sein Laufpotenzial zu steigern. „Das wird eine Herausforderung, aber ich freue mich darauf“, sagt er mit einem Lächeln. Stefan hingegen sieht sich im Langlauf bereits auf einem sehr guten Niveau und arbeitet intensiv daran, auch beim Skispringen konstanter zu werden.

Mit der Unterstützung ihrer Familien, den Erinnerungen an gemeinsame Kindheitstage und der Hingabe zu ihrem Sport gehen die Rettenegger-Brüder mit viel Motivation in die bevorstehenden Wettkämpfe. Die Olympischen Winterspiele sind nicht nur ein Wettkampf für sie, sondern auch eine Feier der Brüderlichkeit, der Teamarbeit und der Leidenschaft für den Wintersport. Egal, wie die Medaillenvergabe ausgeht, ihre Reise ist bereits ein großartiger Erfolg.