In Wasserburg am Inn gibt es einen Verein, der nicht nur Gutes tut, sondern auch Herzen berührt. Vor zwölf Jahren gründete Florian Grüner „24h gegen Krebs“, und das alles begann mit einer Ein-Mann-Aktion. Damals, als sein Sohn Moritz gerade einmal vier Wochen alt war, erlebte Florian einen Albtraum: Seine Frau Moni wurde mit Triple-negativem Brustkrebs (TNBC) diagnostiziert. Die Diagnose war wie ein Blitz aus heiterem Himmel, und die emotionalen Herausforderungen, die damit einhergingen, waren überwältigend.

Moni hat 16 Chemotherapien über sich ergehen lassen – ein wahrer Kampf, der sich gelohnt hat, denn heute gilt sie als geheilt. Ihre Geschichte ist nicht nur eine von Schmerz und Kampf, sondern auch von Hoffnung und Aufklärung. Sie hebt die Wichtigkeit von Transparenz und der Krebsforschung hervor, um das Bewusstsein zu schärfen. Der Verein hat sich seither von einer kleinen Initiative zu einer respektablen Organisation entwickelt, die mit Benefizveranstaltungen und Multiplikatoren in der Region aktiv ist.

Gemeinsam stark: Veranstaltungen und Aktionen

Die erste „24h Wanderung gegen Krebs“ im Jahr 2024 war ein voller Erfolg mit 93 Teilnehmern. Solche Veranstaltungen sind nicht nur eine Möglichkeit, Geld zu sammeln – sie schaffen auch eine Gemeinschaft. Monatliche Wanderungen für Krebspatienten und deren Angehörige stehen bereits auf der Agenda. Und das Schauer-Theater mit dem Stück „Blut und Liebe“ unterstützt den Verein ebenfalls.

Florian hat auch sportliche Herausforderungen angenommen, wie einen Triathlon – für ihn ist das Engagement mehr als nur ein Hobby; es ist eine Herzensangelegenheit. Seine Tochter Melina engagiert sich tatkräftig im Verein und hat sich für die Bereitstellung von Typisierungssets im Bürgerbüro Wasserburg eingesetzt. Ein weiteres Highlight ist die Unterstützung der „Busenfreundinnen“, einer Gruppe ehemaliger Brustkrebspatientinnen, die an der Regatta „Vogalonga“ in Venedig teilnehmen.

Triple-negativer Brustkrebs: Eine besondere Herausforderung

Triple-negativer Brustkrebs ist eine aggressive Form des Brustkrebses, bei der Tumorzellen keine der gängigen Rezeptoren tragen. Das macht die Behandlung knifflig, denn hormonelle Therapien und HER2-gerichtete Medikamente sind hier nicht wirksam. Stattdessen stehen Operation, Chemotherapie und Immuntherapie im Vordergrund. Besonders in den frühen Stadien ist eine zügige Behandlung entscheidend, um das Risiko eines Rückfalls zu minimieren, da TNBC sich schneller entwickeln kann als hormonpositive Formen.

Die Symptome sind vielfältig: von tastbaren Knoten bis hin zu Hautveränderungen. Regelmäßige Selbstuntersuchungen sind daher unerlässlich. Und auch wenn die 5-Jahres-Überlebensrate bei TNBC im Stadium I zwischen 85 und 95 % liegt, ist es wichtig zu betonen, dass die emotionale Unterstützung und Selbstfürsorge für den Heilungsprozess entscheidend sind.

Florian Grüner und sein Team leisten mit „24h gegen Krebs“ einen wertvollen Beitrag. Während die Forschung Fortschritte macht und neue Behandlungsmethoden wie Immuntherapien immer vielversprechender werden, bleibt die Aufklärung über Krebs und die Unterstützung der Betroffenen ein kritischer Teil der Arbeit. In einer Welt, in der Krebserkrankungen oft schambehaftet sind, setzen sich Florian und sein Verein dafür ein, dass niemand alleine kämpft.