Heute ist der 19.05.2026 und wir haben uns in Rosenheim zusammengefunden, um über ein Thema zu sprechen, das in der heutigen digitalen Welt viel zu oft vernachlässigt wird: Barrierefreiheit in sozialen Medien. Die Möglichkeiten, die uns Plattformen wie Instagram, Facebook oder Twitter bieten, sind schier endlos – aber was ist mit den blinden und sehbehinderten Menschen unter uns? Wie können wir sicherstellen, dass sie ebenfalls an dieser digitalen Kommunikation teilhaben können?
Essentiell für blinde und sehbehinderte Nutzer sind Screenreader. Diese kleinen Helferlein lesen Inhalte laut vor und machen die Welt der sozialen Medien zugänglich. Doch hier steckt schon der erste Haken: Zu viele Emojis und Hashtags ohne Großbuchstaben können die Verständlichkeit enorm erschweren. Wie frustrierend muss es sein, wenn man beim Vorlesen ständig auf „Bild“ oder „Foto“ stößt, statt auf das, was wirklich abgebildet ist? Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) hat sich dieses Problems angenommen und eine Seite mit sieben Tipps zur inklusiven Gestaltung von Posts erstellt. Diese Tipps sind goldwert!
Alternativtexte: Der Schlüssel zur Inklusion
Ein besonders wichtiger Punkt sind die Alternativtexte. Diese kleinen, aber feinen Texte beschreiben die Informationen, die durch ein Bild vermittelt werden. Eigentlich sind sie für sehende Menschen „unsichtbar“, aber für Blinde und stark seheingeschränkte Menschen sind sie das Tor zur Welt der Bilder. Ohne sie bleibt der Inhalt verborgen. Die DBSV hat sogar eine Umfrage zur Gestaltung von Alternativtexten durchgeführt und vier Regeln aufgestellt, die man unbedingt beachten sollte. Zum Beispiel: Überlege, welche Information durch das Bild vermittelt werden soll und halte die Beschreibung so kurz und prägnant wie möglich. Manchmal ist weniger mehr!
Und hier wird’s interessant: Nicht jedes Bild benötigt einen Alternativtext. Dekorative Bilder, die lediglich der Gestaltung dienen, sollten als „dekorativ“ gekennzeichnet werden, damit Screenreader sie ignorieren. Leider ist diese Funktion in sozialen Medien nicht verfügbar. Daher gilt: Immer eine kurze Bildbeschreibung hinzufügen! Das hilft, Missverständnisse zu vermeiden und sorgt dafür, dass alle Nutzer den gleichen Zugang zu Informationen haben.
Tipps für die Praxis
Jetzt fragt ihr euch wahrscheinlich: Wie setze ich das alles um? Die gute Nachricht ist, dass es konkrete Tipps gibt, um Alternativtexte in verschiedenen sozialen Medien zu gestalten. Egal ob Facebook, Instagram, X/Twitter oder LinkedIn – die Guidelines sind da und es liegt an uns, sie zu nutzen.
Das Thema Barrierefreiheit ist kein Randthema. Es betrifft jeden von uns, egal ob wir selbst betroffen sind oder nicht. Es geht darum, eine inklusive Gesellschaft zu schaffen, in der jeder die gleichen Chancen hat, an der digitalen Kommunikation teilzuhaben. Lasst uns gemeinsam daran arbeiten, dass unsere Posts für alle verständlich und zugänglich sind. Denn am Ende des Tages sind wir alle Teil einer großen Gemeinschaft, die auf Verständnis und Respekt basiert. Und hey, das fühlt sich einfach gut an!