Heute ist der 9.07.2026, und in Kallmünz, einem kleinen, aber kunsthistorisch bedeutsamen Ort an Naab und Vils, brodelt es vor kreativer Energie. Hier, wo die Vergangenheit auf die Gegenwart trifft, entfaltet sich eine künstlerische Tradition, die ihresgleichen sucht. Über 300 Malerinnen und Maler haben Kallmünz als ihre museale Heimat gewählt. Ein Name sticht dabei besonders hervor: Charles Palmié, der diesen charmanten Markt im Winter 1901 entdeckte. Auf Empfehlung eines Brandversicherungsinspektors aus Amberg wurde er auf die unvergleichliche Schönheit des Ortes aufmerksam. Palmié ließ sogar eine Serie von Kunstpostkarten drucken, um mit dem Erlös zur Verschönerung Kallmünz‘ beizutragen.

Seine Entdeckungen führten dazu, dass Kallmünz zu einem Anziehungspunkt für Künstler wurde. Die Malschule «Phalanx» von Wassily Kandinsky zog 1903 weitere kreative Köpfe an. Künstler wie Gabriele Münter, die hier eine Liebe während ihrer Zeit entdeckte, trugen maßgeblich zur Bekanntheit des Ortes in der Kunstgeschichte bei. Bis zur Zeit des Ersten Weltkriegs waren fast 50 weitere Künstler im „Fremdenbuch“ des Künstlerheimes „Rote Amsel“ verzeichnet – ein wahrer Schmelztiegel der Kreativität!

Eine Ausstellung voller Impressionen

Aktuell können Kunstliebhaber in der Galerie Bergsteig 1 die Ausstellung „Kallmünzer Impressionen – von Palmié bis Preißl“ besuchen, die bis zum 27. September 2026 läuft. Über 30 originale Gemälde aus verschiedenen Epochen und Perspektiven sind hier zu bewundern. Vertretene Künstler sind unter anderem Charles Palmié, Franz Skarbina und Rupert Preißl. Die Ausstellung zeigt eindrucksvoll den Wandel des Ortes über mehr als ein Jahrhundert. Sie ist ein echtes Fest für die Sinne!

Die Galerie hat von Montag bis Freitag geöffnet, zwischen 10:00 und 17:00 Uhr. An einigen Tagen, wie dem 5. Juli, 26. Juli, 13. September und 27. September 2026, lädt die Galerie zu Tagen der offenen Tür ein. Da die Galerie jedoch nicht durchgehend besetzt ist, wird eine telefonische Anmeldung empfohlen. Wer mehr Informationen benötigt, kann sich direkt an Martin Mayer, die Seele der Galerie, wenden – Mobil: 0176 30 68 37 47.

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Der Malerweg Kallmünz

Ein ganz besonderes Erlebnis für alle, die die Kunst hautnah erleben möchten, ist der „Malerweg Kallmünz“. Dieser Rundgang ermöglicht es Besuchern, die dargestellten Motive vor Ort zu entdecken und die Landschaft zu genießen, die einst die kreativen Geister inspirierte. Man kann fast das Knistern der Farben in der Luft spüren, während man durch die malerischen Gassen schlendert und die Schönheit der Natur bewundert.

Ludwig von Senger, ein Gymnasialprofessor aus München, war bis 1914 regelmäßiger Besucher dieses Künstlerparadieses und veröffentlichte Postkarten seiner Motive. Auch die Liste der Künstler, die im Skizzenbuch der „Roten Amsel“ verewigt wurden, ist beeindruckend: Namen wie Paul Bach, Else Boyens und Richard Falkenberg zeugen von der Vielfalt und Kreativität, die hier blühten.

In Kallmünz verschmelzen Geschichte und Kunst auf wunderbare Weise. Die Eindrücke, die diese Künstler hinterlassen haben, sind bis heute lebendig. Und während wir durch die Gassen schlendern, spüren wir die Inspiration, die diesen Ort zu einem kulturellen Juwel macht. Ein Besuch hier ist nicht nur eine Reise in die Vergangenheit, sondern auch ein Schritt in die lebendige Gegenwart der Kunst.

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