Was steht aktuell in München auf der Agenda? Am 11. Juni 2026 lädt die Hochschule für Philosophie München zu einer spannenden Veranstaltung ein, die sich mit einem Thema beschäftigt, das in den letzten Jahrhunderten immer wieder für Diskussionen sorgte: „Kirchliche Ideenpolitik. Das umstrittene Erbe der Aufklärung“. Wie die idf-online berichtet, wird hierbei besonders die Deutung des Christentums im Kontext der Aufklärung beleuchtet.

Die Veranstaltung bietet eine Plattform, um die unterschiedlichen Perspektiven der evangelischen und katholischen Kirche zu diesem Thema zu diskutieren. Auf evangelischer Seite gibt es Bestrebungen, das Christentum durch liberale Theologie und Kulturprotestantismus neu zu deuten. Diese Ansätze orientieren sich an der kantischen sowie nachkantischen Philosophie und haben das Ziel, das Christentum in die moderne Zeit zu integrieren. Auf der anderen Seite steht die katholische Neuscholastik als eine Antwort, die versuchte, dem aufgeklärten Denken nicht nur einen Platz, sondern auch Grenzen zu setzen.

Referenten und Diskussion

Die Runde wird von herausragenden Fachleuten geleitet. Prof. Dr. Klaus Unterburger von der Ludwig-Maximilians-Universität München wird die katholische Neuscholastik anhand des Jesuiten Josef Kleutgen (1811–1883) präsentieren. Auf evangelischer Seite stellt Prof. Dr. Constantin Plaul von der Universität Regensburg Ernst Troeltsch (1865–1923) vor, der für die liberale Theologie steht. Die Diskussion wird von Prof. Dr. Georg Sans SJ moderiert, der den Teilnehmenden die Frage zur Diskussion stellen wird, wie mit dem Erbe der Aufklärung umgegangen werden soll. hfph hebt hervor, dass dieser Diskussionsabend nicht nur für Wissenschaftler, sondern auch für Studierende der Bereiche Philosophie, Ethik und Religion von großem Interesse ist.

Historischer Kontext der Neuscholastik

Die Neuscholastik, die im 19. Jahrhundert verstärkt in Erscheinung trat, wird seit jeher vom Vatikan gefördert und sollte als Antwort auf die Herausforderungen der modernen Philosophie dienen. Laut der Wikipedia hat die Enzyklika Aeterni Patris von 1879 die Philosophie des Thomas von Aquin zur zentralen Lehre der katholischen Kirche erklärt. Diese Strömung lehnte aufklärerische, romantische und historisch-kritische Theologie entschieden ab und hob stattdessen die neuthomistische Religionsphilosophie hervor.

Die Veranstaltung verspricht, spannende Einblicke in die konfliktreichen Strömungen der Theologie zu geben, die bis zum heutigen Tag nachwirken. Interessierte sollten sich den Termin unbedingt vormerken, denn der Eintritt ist kostenlos und bietet eine tolle Gelegenheit, sich in die lebendigen Diskussionen der theologischen Welt einzubringen. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie auf der idf-online Seite. In der Aula der Hochschule für Philosophie München geht es also am 11. Juni rund um die Herausforderungen, die das Erbe der Aufklärung bis heute mit sich bringt.