Am 11. Juni 2026 wird die Hochschule für Philosophie München zum Schauplatz eines spannenden Diskussionsabends mit dem Titel „Kirchliche Ideenpolitik. Das umstrittene Erbe der Aufklärung“. In der Aula der Hochschule, gelegen in der Kaulbachstr. 31/33, 80539 München, werden sich Experten mit der Deutung des Christentums im Kontext der Aufklärung auseinandersetzen. Diese Thematik ist nicht nur historisch von Bedeutung, sondern wirft auch heute noch Fragen auf, die zahlreiche Gläubige und Wissenschaftler beschäftigen.

Sowohl die evangelische als auch die katholische Kirche stehen vor der Herausforderung, das Erbe der Aufklärung zu verstehen und zu interpretieren. Auf evangelischer Seite gibt es Bestrebungen, das Christentum durch liberale Theologie und Kulturprotestantismus im Sinne der kantischen und nachkantischen Philosophie zu deuten. Im Gegensatz dazu hat sich in der katholischen Kirche die Neuscholastik als Gegenbewegung entwickelt, die sich gegen den Einfluss des aufgeklärten Denkens positioniert.

Expertise und Diskussion

Die Veranstaltung wird von zwei renommierten Referenten geprägt: Prof. Dr. Klaus Unterburger von der Ludwig-Maximilians-Universität München wird die katholische Neuscholastik am Beispiel des Jesuiten Josef Kleutgen (1811–1883) vorstellen. Kleutgen gilt als einer der Hauptvertreter der Neuscholastik und hat sich intensiv mit den Herausforderungen der Aufklärung auseinandergesetzt. Auf der anderen Seite wird Prof. Dr. Constantin Plaul von der Universität Regensburg den liberalen Theologen Ernst Troeltsch (1865–1923) präsentieren. Troeltsch ist bekannt für seine kritischen Ansichten zur Religion und seine Versuche, das Christentum im Kontext der modernen Philosophie zu verstehen.

Die Moderation des Abends übernimmt Prof. Dr. Georg Sans SJ, der die Diskussionsfrage leiten wird: Wie gehen wir mit dem Erbe der Aufklärung um? Diese Frage wird die Teilnehmer dazu anregen, über die ideenpolitischen Konfliktlinien nachzudenken, die bis heute fortwirken und die theologischen Strömungen in beiden Kirchen prägen.

Einladung zur Teilnahme

Die Veranstaltung ist kostenlos und richtet sich insbesondere an Studierende und Wissenschaftler in den Bereichen Philosophie, Ethik und Religion. Es ist eine hervorragende Gelegenheit, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und tiefere Einblicke in die komplexen Themen rund um die Aufklärung und ihre Auswirkungen auf die kirchliche Ideenpolitik zu gewinnen.

Für weitere Informationen und zur Anmeldung besuchen Sie bitte die offizielle Webseite der Veranstaltung: Kirchliche Ideenpolitik.