Pfaffenhofen wird zum Innovationszentrum für moderne Krebstherapien
Am 3. Juli 2026 war es soweit: Bundesgesundheitsministerin Warken besuchte den Produktions- und Entwicklungsstandort von Daiichi Sankyo in Pfaffenhofen an der Ilm. Ein ganz normaler Tag, könnte man denken, aber die Dimensionen der Entwicklungen, die hier anstehen, sind alles andere als gewöhnlich. Der Standort, der einst durch die Übernahme des Luitpold-Werks im Jahr 1990 entstanden ist, hat sich zu einer der größten Produktionsstätten von Daiichi Sankyo außerhalb Japans gemausert. Und das Beste daran? Hier wird kräftig investiert – seit 2022 sind es bereits rund eine Milliarde Euro, die bis 2030 in den Ausbau fließen sollen. Das Ziel? Die Entwicklung und Herstellung moderner Krebstherapien, insbesondere Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADC), die in der Krebstherapie eingesetzt werden.
Warken und der Geschäftsführer von Daiichi Sankyo Deutschland, Benoit Creveau, hatten während des Besuchs auch einen Austausch über gesundheitspolitische Rahmenbedingungen. Creveau betonte, wie wichtig verlässliche Rahmenbedingungen für zukünftige Investitionen in Deutschland sind. Schließlich hat eine Studie von Deloitte ergeben, dass die Investition eine zusätzliche Bruttowertschöpfung von über 1,1 Milliarden Euro in Deutschland generieren wird, wovon etwa 412 Millionen Euro direkt nach Bayern fließen. Und das sorgt nicht nur für neue Therapien, sondern auch für Arbeitsplätze – mindestens 350 werden direkt bei Daiichi Sankyo geschaffen, viele weitere bei Partnerunternehmen und Zulieferern.
Ein Innovationszentrum im Herzen der Hallertau
Pfaffenhofen an der Ilm liegt in der Hallertau, dem größten Hopfenanbaugebiet der Welt. Wer hätte gedacht, dass aus dieser idyllischen Region nicht nur Bier, sondern auch hochmoderne Krebstherapien kommen? Daiichi Sankyo plant, den Standort zu einem internationalen Innovationszentrum auszubauen. Dabei sieht es derzeit so aus, als würde das Werk komplett neu errichtet – alte Gebäude machen Platz für die Zukunft. Spannend ist auch, dass die jährliche Produktion in Pfaffenhofen bis 2024 mehr als zwei Milliarden Tabletten erreichen soll. Das Unternehmen ist fest entschlossen, in Deutschland zu investieren, auch während andere Pharmakonzerne, wie Eli Lilly, ihre Pläne zurückschrauben.
Die Zahlen sprechen für sich: Bis 2030 sollen in Pfaffenhofen 540 neue Arbeitsplätze entstehen, die Belegschaft könnte dann auf über 1000 Mitarbeiter anwachsen. Jährliche Lohnzahlungen werden auf etwa 100 Millionen Euro geschätzt. Und das ist nicht nur ein Tropfen auf den heißen Stein – diese Investitionen stärken die Resilienz der Arzneimittellieferketten und erhöhen die Wettbewerbsfähigkeit der Pharmaindustrie in der EU. In einer Zeit, in der die Nachfrage nach innovativen Therapien aufgrund steigender Krebsraten und einer alternden Bevölkerung wächst, könnte der ADC-Markt, laut Prognosen, von 11,2 Milliarden Dollar im Jahr 2024 auf 24,3 Milliarden Dollar im Jahr 2029 anwachsen.
Ein Blick in die Zukunft
Daiichi Sankyo hat große Pläne. Bis 2028 strebt das Unternehmen die Zulassung von mehr als 20 Indikationen bei der europäischen Behörde EMA an. Das erste ADC für Brustkrebs könnte bis 2030 jährlich mehr als eine Million Patienten helfen. Die genaue Anzahl der benötigten Fläschchen variiert je nach ADC, Krebsart, Gewicht des Patienten und Dauer der Behandlung. Das Unternehmen äußert sich jedoch nicht zu den Kosten der Therapie oder zu den potenziellen Gewinnen aus dem Verkauf der neuen Medikamente.
Es bleibt also spannend, was diese Entwicklungen für die Region Pfaffenhofen und die gesamte Branche bedeuten werden. In einer Zeit, in der die Gesundheitsversorgung im Umbruch ist, zeigt Daiichi Sankyo, dass auch in der pharmazeutischen Industrie in Deutschland große Schritte nach vorne gemacht werden können. Die Zukunft sieht vielversprechend aus, und wir dürfen gespannt sein, welche neuen Therapien bald zur Verfügung stehen werden.
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