Die Niederbayerische Philharmonie hatte am vergangenen Sonntag einen ganz besonderen Grund zum Feiern: Im Atrium der Mediengruppe Bayern in Passau fand die Premiere des Kinderkonzerts „Abrakadabra“ im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Menschen in Europa“ statt. Rund 300 Gäste, darunter viele kleine und große Zauberfreunde, fanden sich ein und tauchten in eine Welt ein, die von Musik und Tanz durchzogen war.

Den Auftakt machte Gioachino Rossinis lebhafte Ballettmusik „La Boutique Fantasque“, arrangiert von Ottorino Respighi. Es ist ein einaktiges Ballett, das im magischen Spielzeugladen eines berühmten Spielzeugmachers spielt. Die Puppen, die dort verkauft werden, erwachen zum Leben und sorgen für ein wahres Spektakel. Moderatorin Sophia Wimmer führte als charismatische Zauberin durch das Programm, und die jungen Besucher waren begeistert von den Tanzprojektionen und den Auftritten regionaler Ballett- und Tanzschulen. Die Ballettschule Bettina Süß, die Ballettschule am Fürstenhof, das Tanzstudio Innviertel und die Tanzschule Hammer hatten sich extra auf die Musik des Orchesters vorbereitet, was die Aufführung zu einem harmonischen Erlebnis machte.

Ein Zauberhaftes Zusammenspiel

Besonders die Handlung des Balletts fesselte die jungen Zuschauer: Ein tanzendes Cancan-Paar, das eigentlich getrennt verkauft werden sollte, entwickelt nachts einen eigenen Rettungsplan. Das war spannend! Im zweiten Teil des Konzerts entführten die Musiker die Gäste in die magische Welt von „Harry Potter“. Hier zeigte die Zauberin Victoria verschiedene Tricks, die das Publikum zum Staunen brachten. Unter anderem reparierte sie eine zerrissene Zeitung und zauberte sogar einen Burger aus einem Menü – einfach unglaublich!

Die Philharmonie, bestehend aus etwa 45 Musikerinnen und Musikern, hatte seit Mitte September für dieses Konzert geprobt. Viele von ihnen hatten auch zu Hause fleißig geübt. Generalmusikdirektorin Elisa Gogou hatte die Idee für dieses Kinderkonzert, um den Kleinen die Welt der klassischen Musik näherzubringen. „La Boutique Fantasque“ wurde ausgewählt, weil es als leicht und zart gilt und sich hervorragend mit Ballett verbinden lässt. Die Ballettmusik allein wäre mit etwa 45 Minuten zu kurz gewesen, weshalb das Landestheater das Programm um die beliebten Melodien aus „Harry Potter“ ergänzte.

Ein Stück mit Geschichte

„La Boutique Fantasque“ hat eine interessante Geschichte, die bis in das Jahr 1919 zurückreicht, als es im Alhambra Theatre in London seine Uraufführung hatte. Die Musik stammt von Respighi, der sie auf Basis von Rossinis Klavierstücken schuf. Die Handlung spielt in Frankreich in den 1860er-Jahren und dreht sich um ein magisches Spielzeuggeschäft, in dem die Puppen zum Leben erwachen. Diese charmante Verbindung von Komödie, Volkstänzen und klassischer Choreografie zieht sich durch das gesamte Werk und sorgt für ein unvergessliches Erlebnis.

Die Aufführungen der Niederbayerischen Philharmonie sind für alle kleinen und großen Musikliebhaber ein absolutes Muss. Wer das Konzert verpasst hat, kann sich auf die öffentlichen Aufführungen am 29. November und 12. Dezember im Stadttheater Passau freuen. Denn die Magie der Musik und die Freude am Tanzen – die bleibt, ganz ohne Zaubertricks!