Theologiestudium im digitalen Zeitalter: Passau und Eichstätt setzen neue Maßstäbe
In den letzten zwei Jahren hat sich an den Universitäten in Passau und Eichstätt Einiges getan – und das ist noch milde ausgedrückt. Ein weitgehend digitales Theologiestudium in Teilzeit zieht die Menschen magisch an. Die Zahl der Neueinschreibungen ist von 70 auf 89 gestiegen, und das ist kein Zufall. Bernward Schmidt, der Studiengangsleiter aus Eichstätt, ist begeistert. Die Nachfrage übertrifft die Erwartungen, was in der heutigen Zeit ja schon fast ein kleines Wunder ist. Das Studium orientiert sich dabei an der klassischen Theologie und deckt etwa zwei Drittel des früheren Diplomstudiengangs ab. So bleibt es traditionell, aber eben auch modern!
Ein Blick auf die Studierenden selbst zeigt uns, dass hier vor allem Berufstätige und Menschen mit familiären Verpflichtungen am Start sind. Mehr als 80 Prozent der Studierenden sind jünger als 50 Jahre – das ist ja fast schon jugendlich! Über die Hälfte dieser wissbegierigen Köpfe studiert aus reinem persönlichem Interesse. Viele von ihnen sind bereits ehrenamtlich in Gemeinden, bei der Caritas oder in verschiedenen Verbänden aktiv. Diese Mischung aus Theorie und praktischer Anwendung ist es, was das Studium so attraktiv macht.
Ein Segen für die Zukunft der Religionspädagogik
Der Passauer Bischof Stefan Oster sieht das Theologie-Department einer neuen Blüte entgegen. Er hat sich nicht gescheut, bei der Freisinger Bischofskonferenz für die Anerkennung des Bachelorabschlusses als berufsqualifizierenden Abschluss einzutreten. Ein Schritt, der es Absolventen ermöglicht, als Gemeindereferenten oder Religionslehrer an Grundschulen in ganz Bayern zu arbeiten. Das macht den Studienabschluss nicht nur erstrebenswert, sondern auch richtig wichtig für die Zukunft der Religionspädagogik.
Und die Entwicklung bleibt nicht stehen. Auch die Jesuitenhochschule Sankt Georgen verzeichnet einen Zulauf von mehr als 80 Studierenden in ihrem neuen Bachelorstudiengang „Kirchliche Praxis in säkularer Gesellschaft“. Der Würzburger Fernkurs hat seit 2022 einen Anstieg von 350 auf 450 Neueinsteiger zu verzeichnen. Das ist doch ein Zeichen, dass das Interesse an theologischen Themen im Allgemeinen wächst. Barbara Reitmeier von der Akkreditierungsagentur für kanonische Studiengänge sieht hier einen allgemeinen Trend – digital und hybrid ist das neue Normal, nicht nur in der Theologie.
Ein neues Fach für die Zukunft
Auf der anderen Seite des Spektrums steht der EKD-Text 96, der die Professionalität evangelischer Religionslehrer*innen beschreibt. Hier wird klar, dass Fachwissen, pädagogische Kompetenz, persönliche Haltung und Reflexionsfähigkeit Hand in Hand gehen müssen. Ziel ist es, einen Religionsunterricht zu gestalten, der sowohl fachlich fundiert als auch lebensbedeutsam ist. Ein Thema, das seit über zehn Jahren diskutiert wird – und das nicht ohne Grund. Niedersachsen hat kürzlich eine spannende Idee vorgestellt: ein gemeinsam verantwortetes Fach, „Christliche Religion nach evangelischen und katholischen Grundsätzen“. Das könnte die Zusammenarbeit zwischen den Konfessionen erheblich fördern!
Die Zukunft des Theologiestudiums könnte also bunter und vielfältiger nicht sein. Es gibt nicht nur die Möglichkeit, einen Bachelor zu machen, sondern auch viele Wege, die sich danach öffnen. Von der praktischen Theologie über Seelsorge bis hin zu Lehrtätigkeiten – die Absolventen sind gefragter denn je. Das Gemeindereferendariat als Praxisphase ist da nur der Anfang. Wer sich für die Forschung interessiert, hat ebenfalls zahlreiche Wege, sich zu spezialisieren und in die akademische Welt einzutauchen. Die Möglichkeiten sind schier endlos!
Und während sich die Landschaft der theologischen Ausbildung verändert, bleibt auch der interkulturelle Austausch nicht auf der Strecke. Internationale Programme, Praktika in Gemeinden und interdisziplinäre Forschungsprojekte eröffnen den Studierenden nicht nur neue Horizonte, sondern auch wertvolle Erfahrungen. Es ist eine aufregende Zeit für alle, die sich auf den Weg in die Theologie machen – und die Passauer und Eichstätter Universitäten sind dabei ganz vorne mit dabei!
