30 Jahre Menschlichkeit: Jubiläumsfeier des Hospizvereins Kaufbeuren/Ostallgäu
In Ostallgäu, genauer gesagt in Kaufbeuren, wird ein ganz besonderes Jubiläum zelebriert: Der Hospizverein Kaufbeuren/Ostallgäu kann auf stolze 30 Jahre ehrenamtliches Engagement zurückblicken. Ein echter Grund zum Feiern! Und damit nicht genug – auch die SAPV Kaufbeuren-Ostallgäu gGmbH beging ihr zehnjähriges Bestehen. Das Jubiläumsprogramm überrascht mit einer Reihe von Veranstaltungen rund um die Themen Hospizarbeit und Palliativversorgung. Das Ziel? Menschen ins Gespräch bringen und das Bewusstsein für diese essentielle Arbeit schärfen.
Anfang Juli fand ein Dankestag statt, der ganz im Zeichen der ehrenamtlichen Hospizbegleiter stand. Rund 80 Gäste, darunter engagierte Ehrenamtliche, Mitarbeitende des Hospizbüros und Vorstandsmitglieder, versammelten sich in Schwangau. Und was gibt es Besseres, als bei einem gemeinsamen Essen im Schlossbrauhaus Schwangau den Tag ausklingen zu lassen? Ein Highlight war die Schifffahrt auf der MS Füssen über den Forggensee, die den Teilnehmern die Möglichkeit bot, sich in persönlichen Gesprächen auszutauschen und einfach eine gute Zeit miteinander zu verbringen. Es wurde sogar ein spontanes Geburtstagsständchen für einen Hospizbegleiter angestimmt – da blieb kein Auge trocken! Michael Feistl, der erste Vorsitzende, brachte die Wertschätzung für das ehrenamtliche Engagement in seiner Ansprache eindrucksvoll zum Ausdruck. Ohne die Ehrenamtlichen wäre die Arbeit des Vereins nicht denkbar.
Würdevolles Leben bis zum Schluss
Doch was ist eigentlich Hospizarbeit? Ein Hospiz ist nicht nur ein Ort, an dem unheilbar kranke Menschen sterben. Es ist vielmehr ein Raum, in dem Menschen bis zum letzten Atemzug ein würdevolles Leben ermöglicht werden soll. Die Idee des Hospizes stammt aus England, wo Cicely Saunders in den 1960er-Jahren das erste Hospiz für Sterbende und deren Angehörige eröffnete. Sie gilt als Gründerin der Hospizbewegung und hatte eine Vision: Menschen in der letzten Lebensphase ganzheitlich zu betreuen, ihre Lebensqualität zu erhalten und sie nicht nur auf ihre Krankheit zu reduzieren. In Deutschland gibt es mittlerweile etwa 240 stationäre Hospizeinrichtungen, die rundum Versorgung bieten.
Die Malteser unterstützen und begleiten Betroffene und deren Angehörige mit verschiedenen Angeboten der Hospizarbeit. Dabei beginnt die Hilfe oft Monate oder sogar Jahre vor dem Tod, um eine angenehme Lebenszeit zu gestalten und Symptome zu lindern. Angehörige, Nachbarn und Freunde werden in die Betreuung einbezogen, denn Sterben betrifft nicht nur den Einzelnen, sondern das gesamte soziale Umfeld.
In einer Zeit, in der das Thema Sterben oft tabuisiert wird, ist es wichtig, das Bewusstsein für die Hospizarbeit zu stärken. Veranstaltungen wie die Jubiläumsfeier in Kaufbeuren sind ein Schritt in die richtige Richtung. Hier wird nicht nur gefeiert, sondern auch das Gespräch gesucht, um Verständnis und Empathie für die Herausforderungen, mit denen Betroffene und ihre Angehörigen konfrontiert sind, zu wecken. Weitere Informationen zum Jubiläumsprogramm gibt es auf der Website des Hospizvereins – ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall!
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