Heute ist der 21.05.2026 und das Allgäu ist in Aufruhr. Das neue Bundesjagdgesetz hat eine Welle der Diskussion ausgelöst, besonders hier bei uns in Bayern. Es ermöglicht den Abschuss von Wölfen, die Nutztiere reißen – ein heikles Thema, das die Gemüter spaltet. In den letzten Monaten hat ein Wolfsrüde, GW 5224m, für Schlagzeilen gesorgt. Mit vier Übergriffen auf Schafe hat er die lokale Schafhaltergemeinschaft aufgeschreckt und die Behörden dazu gebracht, Abschussgenehmigungen zu erteilen.

Insgesamt wurden neun Tiere getötet oder mussten aufgrund schwerer Verletzungen eingeschläfert werden. Die Angriffe fanden an zwei Tagen statt: Am 18. April in Wildpoldsried, wo zwei Schafe verletzt wurden, und am 27. April in Unterthingau, wo ein Schaf gerissen wurde. Die Abschussgenehmigungen gelten in einem Umkreis von 10 km um die Orte der Vorfälle und Jäger mit Jagdrecht dürfen auf den Wolf gehen. Es ist ein schmaler Grat zwischen dem Schutz der Wölfe und dem Schutz der Nutztiere. Die Landräte Christian Wilhelm aus dem Oberallgäu und Bernd Stapfner aus dem Ostallgäu unterstützen die Entscheidung. Wirtschafts- und Jagdminister Hubert Aiwanger sieht den Abschuss als notwendige Maßnahme zur Schadensvermeidung.

Die Perspektiven der Beteiligten

Doch nicht alle sind mit dieser Entscheidung einverstanden. Der Umweltminister Thorsten Glauber äußert sich bislang nicht zu dem Fall. Naturschutzverbände wurden über die Abschussgenehmigung nicht informiert, was für einige ein echter Skandal ist. Wolfsexperte Uwe Friedel vom Bundes Naturschutz hat klare Bedenken zur Erlaubnis. „Solche Entscheidungen sollten nicht leichtfertig getroffen werden“, sagt er. Die Wölfe sind zwar in der Region nach wie vor streng geschützt, die Lockerung des Schutzstatus hat jedoch die Diskussion neu entfacht.

Die Abschussgenehmigungen laufen Ende Mai für das Oberallgäu und Anfang Juni für das Ostallgäu aus. Bei neuen Angriffen könnten sie jedoch verlängert werden. Das sorgt für ein mulmiges Gefühl – nicht nur bei den Schafhaltern, sondern auch bei den Naturschützern. Im Nationalpark Bayerischer Wald lebt seit neun Jahren ein Wolfsrudel mit 43 Wölfen. Es ist ein faszinierender, aber auch herausfordernder Anblick, wie die Wölfe wieder in unser Ökosystem zurückkehren. Die Frage bleibt: Können wir Mensch und Tier in Einklang bringen, ohne in einen Konflikt zu geraten?

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Die Debatte über den Wolfsabschuss ist nicht nur lokal, sondern hat auch bundesweite Relevanz. In anderen Bundesländern wird das Thema ähnlich kontrovers diskutiert. Es zeigt sich, wie tief verwurzelt die Emotionen rund um das Thema Wolf in unserer Gesellschaft sind. Während die einen die Rückkehr des Wolfes als ein Zeichen der Naturverbundenheit und der Biodiversität sehen, empfinden andere Angst um ihre Tiere und ihren Lebensunterhalt. Ein Spannungsfeld, das nicht nur in Bayern, sondern in vielen ländlichen Regionen Deutschlands für Gesprächsstoff sorgt.