Heute ist der 29.04.2026 und wir blicken auf eine bemerkenswerte Geschichte, die sich im Oberallgäu entfaltet hat. Der Riedbergpass, mit stolzen 1407 Metern die höchstgelegene befahrbare Passstraße Deutschlands, feiert 2026 sein 65-jähriges Bestehen. Diese beeindruckende Verbindung zwischen Balderschwang und Obermaiselstein wurde 1961 eingeweiht und zieht seither nicht nur Autofahrer an, sondern auch zahlreiche Rad- und Motorradfahrer. Mit einer maximalen Steigung von 16 Prozent ist der Pass eine echte Herausforderung. Täglich nutzen über 1600 Fahrzeuge die Straße, die ein Teil des Naturparks Nagelfluhkette ist.

Die Entstehungsgeschichte des Riedbergpasses ist ebenso faszinierend wie seine landschaftliche Schönheit. Die Bauarbeiten begannen bereits 1956, nachdem Alois Dauser, der Bürgermeister von Obermaiselstein, die Regierung um Unterstützung gebeten hatte. Es war ein gewaltiges Unterfangen, das nicht ohne Schwierigkeiten verlief. Italienische Arbeiter wurden für ihre Expertise herangezogen, und trotz diverser Unfälle und Herausforderungen durch das rauhe Terrain, gelang es Dauser, 104 Grundstücksbesitzer von der Notwendigkeit des Passes zu überzeugen. Dies war ein echter Kraftakt, der den Grundstein für eine wichtige Verkehrsverbindung im Allgäu legte.

Ein Pass mit Geschichte

In den 1970er Jahren gab es Unmut unter den Balderschwanger Bauern, die gegen die Einführung einer Mautgebühr protestierten, die später jedoch abgeschafft wurde. Ein bemerkenswerter Moment in der Geschichte des Riedbergpasses war die Deutschlandtour 2002, bei der viele Profifahrer an ihre Grenzen stießen, als sie den Pass bezwingen wollten. Die Enkelin des visionären Alois Dauser, Heidi Milz, und ihr Ehemann Alexander bewahren wertvolle Dokumente, die die Historie des Passes dokumentieren.

Für Radler bietet der Riedbergpass eine empfohlene Rundtour, die durch eine Vielzahl an malerischen Orten in Deutschland und Österreich führt. Diese Touren sind ein echtes Highlight für Naturliebhaber und Sportbegeisterte, die die atemberaubende Berglandschaft genießen möchten.

Ein Blick in die Zukunft

Während der Riedbergpass 2026 theoretisch „in Rente“ gehen könnte, bleibt er ein unverzichtbarer Teil der regionalen Infrastruktur. Die Verbindung zwischen den beiden charmanten Ortschaften ist nicht nur eine Verkehrsader, sondern auch ein Symbol für den Zusammenhalt und die Entwicklung der Region. Die Herausforderungen, die seine Schaffung mit sich brachte, sind heute Teil der Geschichte, die die Einheimischen mit Stolz erzählen.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Zukunft des Riedbergpasses gestalten wird. Eines ist jedoch sicher: Dieser Pass wird weiterhin ein beliebtes Ziel für Abenteuerlustige und Naturliebhaber bleiben. Der Riedbergpass ist nicht nur eine Straße, sondern eine Verbindung von Mensch und Natur, von Vergangenheit und Zukunft.