Im Herzen Nürnbergs, im Stadtbezirk Hasenbuck, liegt der U-Bahnhof Hasenbuck – der am wenigsten genutzte U-Bahnhof der Stadt. Geöffnet wurde das unterirdische Bahnhofsgebäude am 18. Juni 1974. Dementsprechend ist die tägliche Frequenz von rund 4.100 Fahrgästen (Stand 2019) mehr als bescheiden. Doch diese geringe Nutzung stellt kein Hindernis für die anstehenden Umbauten dar. Der U-Bahnhof wird künftig ausgebaut, um die Anbindung an den neuen Stadtteil Lichtenreuth sowie die Technische Universität zu verbessern. nn.de berichtet, dass die dringenden Umbaumaßnahmen als unausweichlich angesehen werden.
Die Lage des Bahnhofs ist strategisch günstig. Er befindet sich unterirdisch in Nordwest-Südost-Richtung und besitzt nur einen Zugang, der sich am nördlichen Bahnsteigkopf zur Kreuzung Ingolstädter-/Nerzstraße öffnet. Ein Aufzug wurde 1982 nachgerüstet und ermöglicht den barrierefreien Zugang zur Oberfläche. Mit seinen 150 Metern Länge ist der Hasenbuck nicht nur der achte U-Bahnhof Nürnbergs, sondern auch der erste mit einem unterirdischen Fußgängerverteilergeschoss.
Öffentlicher Nahverkehr im Aufschwung
Die Pläne für die Verbesserung des U-Bahnhofs sind Teil des größeren Konzepts zum Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs in Nürnberg. Einer Studie von Greenpeace zufolge, die die 30 größten Städte Deutschlands analysierte, liegt Nürnberg bundesweit auf dem zweiten Platz in puncto Fortschritte beim ÖPNV-Ausbau. Zwischen 2023 und 2025 wurde ein Anstieg des Angebots an Bussen, Straßenbahnen und U-Bahnen um 5,4 Prozent verzeichnet. t-online.de hebt hervor, dass Leipzig mit 14,6 Prozent noch führend ist, während Berlin stagniert und andere Städte wie Augsburg und München im Mittelfeld liegen.
Die Stadt Nürnberg plant zudem die Erweiterung des U-Bahn-Netzes, vor allem die Verlängerung der U2. Auch das Straßenbahnnetz wird im Rahmen des Projekts „Tram+“ bis 2030 mit mehreren neuen Strecken Schritt für Schritt ausgebaut. Dabei soll beispielsweise eine Verbindung der Wendeschleife Gibitzenhof mit dem Knoten Finkenbrunn geschaffen werden, um neue Direktverbindungen zu etablieren.
Barrieren und Herausforderungen
Trotz dieser positiven Entwicklungen bleibt der ÖPNV mit Herausforderungen konfrontiert. Ein anhaltender Fachkräftemangel, insbesondere bei den Busfahrern, hat bereits zu reduzierten Angeboten geführt. Finanzielle Engpässe könnten sämtliche Vorhaben belasten und das Wachstum des ÖPNV-Angebots in Nürnberg gefährden. Die anstehenden Umbauten am U-Bahnhof Hasenbuck sind daher nicht nur eine Verbesserung lokaler Verkehrswege, sondern auch ein notwendiger Schritt, um den steigenden Anforderungen des öffentlichen Nahverkehrs gerecht zu werden.
Die geplanten Verbesserungen, mit deren Bauarbeiten voraussichtlich 2027 begonnen wird und die rund ein Jahr in Anspruch nehmen sollen, werden nicht nur die Erreichbarkeit des Bahnhofs erhöhen, sondern auch dessen Attraktivität steigern. Wikipedia weist darauf hin, dass das Angebot an modernen Verkehrsanbindungen gerade im Hinblick auf neue Entwicklungen wie die Technische Universität entscheidend wichtig ist. Nürnberg zeigt, dass selbst am wenigsten genutzte U-Bahnhöfe das Potenzial für eine zukunftsweisende Verkehrsinfrastruktur haben.