In Nürnberg türmt sich ein Problem, das viele Bürger:innen und Expert:innen gleichermaßen besorgt: Der Wohnungsmarkt ist aus den Fugen geraten. In der fränkischen Metropole stehen momentan rund 4000 Wohnungen leer, was Fragen aufwirft – warum müssen sich Umziehende dennoch mit einer kaum zu findenden Wohnlage herumschlagen? NN.de berichtet, dass die Stadt gleichsam Interesse an noch mehr Leerstand hat. Ein Ungleichgewicht, das sich nur schwer erklären lässt.
Diese Tücken sind nicht neu. Experten schlagen Alarm, denn die Wohnungsnot in Nürnberg eskaliert zusehends. Der Neubau kommt ins Stocken, und aktuelle Studien, wie die des Pestel-Instituts, zeichnen ein düsteres Bild. Um der Bevölkerung gerecht zu werden, müssten in den nächsten vier Jahren jährlich rund 2420 neue Wohnungen geschaffen werden. Aktuell herrscht jedoch bereits ein Mangel von etwa 3100 Wohnräumen – eine Diskrepanz, die nicht ignoriert werden kann. Nordbayern.de hat die brisante Situation ausführlich beleuchtet.
Leerstand analysiert
Wie sieht es mit dem Leerstand aus? Tatsächlich sind in Nürnberg von den rund 9060 Wohnungen etwa 3,2 Prozent ungenutzt. Beachtlich ist, dass fast 40 Prozent dieser Leerstände seit über einem Jahr unbewohnt sind. Rund 3510 dieser Immobilien befinden sich zudem in einem derart schlechten Zustand, dass teure Sanierungen erforderlich sind. Die hohen Kosten für Baustoffe und Ausbauarbeiten bremsen die Bauprojekte zusätzlich, sodass die Suche nach neuem Wohnraum zu einer echten Geduldprobe wird.
Matthias Günther vom Pestel-Institut kritisiert speziell die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen: „Eine Sanierung vieler alter Gebäude, insbesondere jener aus der Nachkriegszeit, lohnt sich einfach nicht mehr.“ Yikes! Daher stimmte er überein, dass ein gewisser Leerstand von etwa 3 Prozent notwendig sei, um Umzüge und Renovierungen zu ermöglichen. Es zeigt sich klar, dass die Eigentümer – geplagt von Erbstreitigkeiten, gesetzlichen Unsicherheiten und der Angst vor Konflikten mit Mietern – oft keine neuen Mieter:innen suchen.
Politische Rahmenbedingungen
Auf der politischen Bühne gibt es ebenfalls Bewegung: Klara Geywitz, die Bundesbauministerin, hat daraufhin gefordert, das Leben auf dem Land ansprechender zu gestalten, um die Leerstände zu verringern. Schätzungen zufolge standen Anfang 2023 schon etwa 1,7 Millionen Wohnungen leer, besonders in ländlichen Gebieten. Die Ampel-Regierung hat zwar im Koalitionsvertrag den Bau von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr festgelegt, doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache: Im vergangenen Jahr wurden nur 295.000 neue Einheiten errichtet. Destatis teilt mit, dass die statischen Rahmenbedingungen regelmäßig aktualisiert werden, was die Analyse der Wohnsituation erleichtert, jedoch nicht zwingend verbessert.
Angesichts dieser Herausforderungen ist klar: Es braucht neue Lösungsansätze, um die Wohnsituation in Nürnberg nachhaltig zu verbessern. Die Stadt und ihre Bewohner:innen stehen vor der Frage: Wie gehen wir mit dem Widerspruch zwischen leerstehenden Immobilien und dem Mangel an bewohnbaren Wohnungen um? Ein Thema, das an Dringlichkeit gewinnt, und das nicht länger auf die lange Bank geschoben werden darf.