Manuel Neuer, der unumstrittene Rückhalt des FC Bayern, hat erneut mit einer Verletzung zu kämpfen. Beim 2:1-Auswärtssieg gegen Mainz musste er bereits in der 40. Minute das Feld verlassen. Es war ein unglücklicher Moment, als Neuer beim Versuch, eine Freistoßflanke der Mainzer zu klären, mit Jonathan Tah kollidierte. Sein Ersatz, Jonas Urbig, kam ins Spiel, nachdem eine mehrminütige Behandlungspause nicht ausreichte, um Neuer wieder fit zu bekommen. Diese Verletzung ist für Neuer die vierte in diesem Jahr – ein weiteres Kapitel in einer Saison, die für ihn alles andere als einfach ist.

Im Verlauf seiner Karriere hat Neuer bereits 206 Spiele verpasst, was einer Abwesenheit von 1.222 Tagen entspricht. In der letzten Saison plagten ihn vor allem Probleme an der linken Wade, während in dieser Saison sein rechter Fuß betroffen ist. Es ist eine ziemliche Ironie, dass genau an dieser Stelle vor vier Jahren ein komplizierter Unterschenkelbruch diagnostiziert wurde. Vor kurzem teilte der FC Bayern mit, dass Neuer an einer „anhaltenden Sehnenreizung im Fuß“ leidet. Am Dienstag, beim Champions-League-Spiel gegen Atlético Madrid, gab es ein kurzes Comeback, doch die Schmerzen blieben. „Ich hoffe …“, mehr wollte Neuer dazu nicht sagen.

Die Sorgen um die Torwartposition

Die Situation rund um die Torwartposition beim FC Bayern ist angespannt. Joshua Kimmich äußerte nach dem Spiel gegen Mainz, dass Neuer trotz Schmerzen weiterspielt, und wenn er selbst vom Feld geht, sei die Verletzung ernsthaft. Kimmich rechnet nicht damit, dass Neuer schon bald wieder trainieren kann. Die Länderspielpause könnte Neuer immerhin 13 Tage Erholungszeit verschaffen, bevor das nächste Pflichtspiel gegen Köln am 20. November ansteht. Sportvorstand Max Eberl bestätigte, dass die aktuelle Verletzung mit bestehenden Fußproblemen zusammenhängt. Unter dem Fuß gibt es offenbar erneut schmerzhafte Beschwerden an einer Sehne. Eine genaue Diagnose und Ausfalldauer sind noch nicht bekannt, aber man kann sich gut vorstellen, dass der Druck auf Neuer nicht weniger wird.

Jonas Urbig, der in dieser Saison bereits acht Spiele absolviert hat, ist als Ersatz bereit. Es ist beeindruckend, wie schnell er sich in der ersten Mannschaft etablieren konnte. Trotzdem steht er vor einer Herausforderung: Urbig selbst war beim letzten Spiel gegen Borussia Dortmund nicht ohne Risiko, nachdem er in der 34. Minute bei einem Abseitstor der Dortmunder von Carney Chukwuemeka am Kopf getroffen wurde. Nach dem Spiel fühlte er sich zwar besser, aber die Sorgen um eine mögliche Gehirnerschütterung schwebten über ihm. Sollte sowohl Neuer als auch Urbig ausfallen, stünde Sven Ulreich bereit – der Torwart hat seit dem 14. März 2026 nicht mehr für Bayern gespielt. Ein wenig wie ein Schachspiel, nicht wahr?

Die Gesundheitsrisiken im Fußball

Die Sorgen um die Gesundheit der Spieler sind im Fußball nicht neu. Hirn-Traumata stellen ein ernstzunehmendes Risiko dar. Schätzungen zufolge machen sie 4–22 % aller Fußballverletzungen aus. Zusammenstöße, direkte Schläge oder starke Beschleunigungen können zu ernsthaften Schäden führen, selbst wenn keine äußeren Verletzungen sichtbar sind. Wiederholte leichte Hirnverletzungen können mit schwereren Schäden wie chronisch-traumatischer Enzephalopathie (CTE) in Verbindung stehen. Es ist erschreckend zu sehen, wie viele ehemalige Profis mit kognitiven Beeinträchtigungen zu kämpfen haben.

Die Diskussion um die Sicherheit im Fußball wird immer lauter. Regelungen zur Behandlung von Kopfverletzungen wurden bereits in der englischen Premier League eingeführt, um sicherzustellen, dass Spieler bei Verdacht auf Gehirnerschütterungen vom Platz müssen. Es ist ein schmaler Grat zwischen dem Wettkampfgeist der Spieler und den gesundheitlichen Risiken, die sie eingehen. Für Neuer und Urbig ist die Zeit jetzt entscheidend. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Lage entwickelt und ob die beiden Torhüter rechtzeitig wieder fit werden. Der Fußball, so schön er auch sein mag, hat seine Schattenseiten – und manchmal sind sie näher, als man denkt.