Heute ist der 28.06.2026 und wir blicken auf ein bedeutendes Ereignis in Neu-Ulm zurück. Jürgen Pommer, der Dekan der Stadt, hat kürzlich sein Ohr für die Telefonseelsorge geöffnet. Anlässlich des 70. Jubiläums der Telefonseelsorge Deutschland nahm er sich eine Stunde Zeit, um am Telefon zu arbeiten. Für Pommer war das ein neues Abenteuer, obwohl er bereits über Erfahrung in der Seelsorge verfügt. Die Telefonseelsorge selbst, ein wichtiger Anlaufpunkt für Menschen in Krisensituationen, feiert in diesem Jahr ihren 70. Geburtstag – das ist schon etwas ganz Besonderes!

Gerade in den letzten Jahren, insbesondere seit der Corona-Krise, haben viele Menschen in Ulm und Neu-Ulm den Mut gefunden, die Telefonseelsorge zu kontaktieren. Die Anrufer kommen mit den unterschiedlichsten Geschichten – von Einsamkeit über Krankheit bis hin zu Pflegebedürftigkeit oder Armut. Jüngere Menschen plagen oft Zukunftsängste und psychische Erkrankungen wie Depressionen. Die Herausforderungen sind vielfältig, und die Reaktion der Seelsorger, insbesondere in kritischen Momenten wie bei Suizidgedanken, ist entscheidend. Pommer und seine Kolleg:innen, die ebenfalls im Vorstand der Telefonseelsorge Ulm/Neu-Ulm tätig sind, haben in einem Auswahlverfahren und einer einjährigen Ausbildung gelernt, wie man mit solch emotional belastenden Geschichten umgeht.

Ein Blick hinter die Kulissen

Die Telefonseelsorge Ulm/Neu-Ulm besteht seit 1978 und hat sich zu einem unverzichtbaren Bestandteil der psychosozialen Unterstützung entwickelt. Aktuell engagieren sich 110 ehrenamtliche Mitarbeiter, die während ihrer Dienste bis zu 20 Gespräche führen. Anonymität spielt hier eine große Rolle – sie erleichtert vielen Menschen, Hilfe zu suchen, ohne sich gleich offenbaren zu müssen. Lange Wartezeiten auf Therapieplätze treiben viele in akuten Krisen zur Telefonseelsorge, wo sie schnell und ohne Vorurteile Gehör finden.

Die Dekane, darunter auch Pommer, übernehmen nicht nur die Verantwortung, sondern auch die Herausforderung, für jeden Anrufer präsent zu sein und individuell einzugehen. Das ist oft ein Drahtseilakt. Momentan ist die Zahl der Anrufer und Online-Chat-Nutzer gestiegen, was zeigt, wie wichtig diese Form der Unterstützung geworden ist. Gerade in Krisensituationen werden professionelle Helfer hinzugezogen, um sicherzustellen, dass die Anrufer die bestmögliche Unterstützung erhalten.

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Berührungspunkte und Herausforderungen

Ehrenamtliche Telefonseelsorger sind nicht nur geschult, um in Krisen zu helfen, sondern auch in der Trauerbegleitung. Das geht nicht spurlos an ihnen vorbei. Die emotionale Belastung ist enorm, und es ist wichtig, sich nach dem Dienst abzugrenzen. Das kann schon mal zu einer inneren Zerrissenheit führen – zwischen dem Bedürfnis zu helfen und dem eigenen emotionalen Wohlbefinden. Pommer, der seit acht Jahren im Vorstand der Telefonseelsorge aktiv ist, weiß, wie herausfordernd es ist, diese Balance zu halten.

Ein weiterer Punkt, der immer wieder zur Sprache kommt, ist die Vielfalt der Geschichten, die die Anrufer mitbringen. Jeder hat seine eigene Last zu tragen, und die Telephone seelsorger hören aufmerksam zu, um den Menschen das Gefühl zu geben, nicht allein zu sein. Es ist ein Gefühl, das viele in diesen Zeiten dringend benötigen.

Insgesamt zeigt die Arbeit der Telefonseelsorge in Neu-Ulm, wie wichtig es ist, ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Menschen zu haben. Die Unterstützung, die hier angeboten wird, ist unbezahlbar und ein Lichtblick für viele in der Dunkelheit. Anrufende können sich darauf verlassen, dass sie in einem sicheren Raum gehört werden – und das ist nicht nur eine Dienstleistung, sondern ein echter Akt der Menschlichkeit.

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