In München-Neuhausen gibt es Grund zur Freude: Rund 1.000 Haushalte der Wohnanlage „Max II“ profitieren nun von lokal erzeugtem Solarstrom. Mit diesem Schritt hat München ein bemerkenswertes Zeichen für den Klimaschutz gesetzt – das größte Mieterstrom-Photovoltaikprojekt der Stadt ist Realität geworden. Gemeinsam realisierten die Stadtwerke München (SWM) und Münchner Wohnen dieses innovative Vorhaben, das nicht nur den Bewohnern zugutekommt, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leistet.
Auf den Dächern der Wohnanlage wurden beeindruckende 71 Solaranlagen mit etwa 4.600 Modulen installiert. Diese Anlagen bringen es auf eine Gesamtleistung von knapp 2,1 Megawatt peak und erzeugen jährlich über zwei Gigawattstunden Strom. Der Clou: Der erzeugte Strom wird direkt vor Ort genutzt und als Mieterstrom zu einem Tarif angeboten, der unter dem Grundversorgungspreis liegt. So profitieren die Mieterinnen und Mieter nicht nur von umweltfreundlichem Strom, sondern auch von einer spürbaren Kostenersparnis.
Ein Schritt in die Zukunft
Die Kooperationsvereinbarung zwischen SWM und Münchner Wohnen besteht seit Mai 2025 und zeigt bereits jetzt, welche Früchte sie trägt. Münchner Wohnen stellt die Dachflächen und die Objektvorbereitung bereit, während SWM für Planung, Bau und Betrieb der Anlagen verantwortlich ist. Dieses Projekt zielt darauf ab, die CO₂-Emissionen zu reduzieren und den Ausbau erneuerbarer Energien voranzutreiben. SWM verfolgt seit 2009 eine offensive Strategie im Bereich erneuerbare Energien und hat mittlerweile so viel Ökostrom erzeugt, wie München verbraucht.
Doch dieses Projekt ist nur der Anfang. Weitere Vorhaben für über 5.000 Wohnungen sind bereits in Planung oder Umsetzung. Deutschland hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis 2045 klimaneutral zu werden, und der Ausbau erneuerbarer Energien spielt dabei eine entscheidende Rolle. Mieterstrommodelle, wie das in München, verbinden Klimaschutz, Wirtschaftlichkeit und Teilhabe an der Energiewende und bieten somit eine vielversprechende Lösung für die Herausforderungen der Zukunft.
Mieterstrom als Lösung
Die Photovoltaik auf Mehrfamilienhäusern birgt ein enormes ungenutztes Potenzial. In Deutschland gibt es rund 3,2 Millionen bewohnte Mehrparteienhäuser, deren Stromverbrauch jährlich mehr als 20 Millionen Tonnen CO₂ verursacht. Mieterstrom kann den CO₂-Ausstoß im Gebäudesektor erheblich reduzieren. So wurden im Jahr 2022 in Deutschland durch Photovoltaik bereits 41,7 Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen vermieden. Dies zeigt deutlich, wie wichtig der kontinuierliche Ausbau von Photovoltaik ist, um die Klimaziele zu erreichen.
Die Bundesregierung unterstützt das Ziel der Klimaneutralität, das im Klimaschutzgesetz verankert ist. Bis 2030 sollen die Treibhausgasemissionen um mindestens 65 % gegenüber 1990 sinken, bis 2040 sogar um 88 %. Doch aktuelle Gesetzesentwürfe könnten die Förderung von Photovoltaik einschränken. Es bleibt abzuwarten, wie sich die politische Landschaft entwickelt und welchen Einfluss dies auf die Umsetzung solcher wichtigen Projekte haben wird.
Insgesamt zeigt das Projekt in der Wohnanlage „Max II“ eindrucksvoll, wie durch innovative Ansätze und gemeinschaftliches Handeln sowohl ökonomische als auch ökologische Vorteile erzielt werden können. Es ist ein leuchtendes Beispiel dafür, was möglich ist, wenn Mieterinnen und Mieter, Wohnungsunternehmen und Stadtwerke Hand in Hand arbeiten. München geht mit gutem Beispiel voran und setzt auf eine grüne Zukunft, die für alle zugänglich ist.