Heute ist der 27.04.2026 in München und die politische Lage in Europa spitzt sich weiter zu. Das russische Verteidigungsministerium hat am 15. April eine Liste veröffentlicht, die 21 Unternehmen umfasst, die angeblich in die Produktion von Drohnen für die Ukraine involviert sind. Unter diesen Firmen befinden sich auch drei deutsche Unternehmen, die für die hiesige Rüstungsindustrie von Bedeutung sind: die DaVinci Avia GmbH aus Feldkirchen bei München, Airlogix, ein ukrainisches Rüstungsunternehmen im Raum München, sowie 3W Professional, ein Motorenhersteller aus Hanau.

Die russische Regierung betrachtet die Heimatländer dieser Firmen als „strategisches Hinterland der Ukraine“ und sieht in ihnen potentielle Ziele für Militärschläge oder verdeckte Operationen. Der ehemalige russische Präsident Dmitri Medwedew hat diese Bedrohung bereits konkretisiert und die genannten europäischen Produktionsstätten als mögliche Ziele für russische Streitkräfte bezeichnet. Dies hat nicht nur für Unruhe in der betroffenen Branche gesorgt, sondern auch für ein wachsendes Gefühl der Unsicherheit bei Unternehmen, Investoren und Mitarbeitern.

Warnungen vom Verfassungsschutz

Der Verfassungsschutz hat die betroffenen Unternehmen gewarnt und die Bedrohungslage als ernst eingestuft. Die Behörde sieht eine erhöhte Gefahr von Cyberangriffen, Spionage und Sabotage, insbesondere für Rüstungsunternehmen mit Verbindungen zur Ukraine. In diesem Kontext hat ein Sprecher der DaVinci Avia GmbH bestätigt, dass Unternehmen im Verteidigungssektor unter Druck und Einschüchterung stehen.

Airlogix hat in Zusammenarbeit mit der Schweizer Firma Auterion eine Produktionsstätte für schwere Langstrecken-Kampfdrohnen in München eingerichtet, die bis zu 1.500 Kilometer Reichweite erreichen sollen. Diese Entwicklung erfolgt vor dem Hintergrund eines Beschlusses mehrerer europäischer Regierungen zur Erhöhung der Produktion und Lieferung von Kampfdrohnen an die Ukraine, der am 26. März 2026 gefasst wurde.

Reaktionen und politische Forderungen

Die Liste des russischen Verteidigungsministeriums wird von vielen als Teil einer hybriden Kriegsführung gewertet. CDU-Politiker Marc Henrichmann fordert daher einen verstärkten Schutz für kritische Infrastruktur. Grünen-Politiker Konstantin von Notz hingegen kritisiert die mangelnde Reaktion der Bundesregierung auf diese Bedrohung und fordert „überfällige Reformen“ im Nachrichtendienstrecht. Die Bundesregierung plant, die deutschen Nachrichtendienste mit neuen Befugnissen auszustatten, konkrete Pläne sind jedoch bislang nur für den Bundesnachrichtendienst (BND) bekannt.

Insgesamt lässt sich sagen, dass die Situation für die betroffenen Unternehmen angespannt bleibt. Die russische Verlautbarung ist nicht nur ein Zeichen der politischen Eskalation, sondern auch ein Versuch, die europäische Rüstungsunterstützung für die Ukraine zu untergraben. Die kommenden Wochen und Monate werden zeigen, wie sich die Lage entwickeln wird und ob die geforderten politischen Maßnahmen rechtzeitig ergriffen werden können.

Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Situation genau und wird sich mit der Frage auseinandersetzen müssen, wie sie auf diese neuen Bedrohungen reagiert.