In Polling, unweit von Mühldorf am Inn, brodelt es gewaltig. Die Anwohner sind besorgt, und das nicht ohne Grund. Der Wasserhaushalt in der Region ist wegen der Dürre der letzten Jahre ins Wanken geraten. Und jetzt stehen die Plakate der Gegner der Mineralwasserproduktion überall. Ein sichtbares Zeichen des Widerstands, das die Sorgen der Bevölkerung auf den Punkt bringt.

Der Streit dreht sich um die Weiding Mineralbrunnen GmbH, die beim Landratsamt Mühldorf einen Antrag auf einen Langzeitpumpversuch eingereicht hat. Das Ziel? Herausfinden, ob die Nutzung von Tiefenwasser ohne negative Auswirkungen auf die Trinkwasserversorgung möglich ist. Für zwei Wochen soll an zwei Brunnen getestet werden. Ein freier Überlauf aus dem artesisch gespannten Tiefbrunnen VI in Weiding – das klingt erst einmal harmlos. Doch der Teufel steckt bekanntlich im Detail.

Gemeinderat zeigt Bedenken

Der Gemeinderat Polling hat in einer Sitzung einstimmig Bedenken geäußert. „Erhebliche Zweifel“ an der Erfüllung der Voraussetzungen für eine wasserrechtliche Genehmigung sind nicht zu übersehen. Die Mitglieder fürchten, dass dieser Pumpversuch als Startschuss für die Mineralwasserförderung angesehen wird – und das stößt auf massive Ablehnung in der Bevölkerung. In der Vergangenheit gab es bereits Proteste, Petitionen und Bürgerversammlungen, die die Pläne vehement in Frage gestellt haben.

Besonders kritisch wird die Wasserqualität betrachtet. Im Bereich des Brunnens VI wurden bereits frühere Belastungen mit dem Pflanzenschutzmittel Atrazin festgestellt. Das stimmt die Verantwortlichen nachdenklich. Auch die möglichen Auswirkungen auf das Grundwassersystem und die öffentliche Wasserversorgung sind nicht ausreichend untersucht worden. Bürgermeister Ernst Weinberger bringt es auf den Punkt: „Die öffentliche Trinkwasserversorgung hat Vorrang vor anderen Nutzungen, solange Beeinträchtigungen nicht ausgeschlossen werden können.“

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Die Ängste der Bürger

Die Sorgen der Bürger sind nachvollziehbar. Wer möchte schon, dass das eigene Trinkwasser aus einer Flasche kommt, während die Brunnen vor der Haustür versiegen? In einer Zeit, in der Wasserknappheit ein immer drängenderes Thema wird, sind die Ängste der Anwohner mehr als berechtigt. Der Gemeinderat fordert daher strenge Auflagen für den Pumpversuch: zeitliche Begrenzungen, verbindliche Fördermengen und engmaschiges Monitoring sind das Mindeste, was die Bevölkerung erwartet.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiterentwickeln wird. Der Langzeitpumpversuch könnte der Auftakt zu einer größeren Debatte über die Wasserressourcen in der Region sein. Eines ist klar: Das Thema Trinkwasserversorgung wird uns noch eine Weile beschäftigen. Und die Stimme der Bürger, die sich für ihre Rechte und ihr Wasser einsetzen, wird dabei nicht zu überhören sein.

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