Am 16. Mai 2026 kam es bei Fliegl Agrartechnik in Mühldorf am Inn zu einem tragischen Arbeitsunfall, der einen 51-jährigen Mitarbeiter das Leben kostete. Der Mann wurde zwischen Metallgegenständen eingeklemmt und war nicht mehr ansprechbar, als ein Kollege ihn fand. Jede Rettungsmaßnahme kam zu spät. Fliegl Agrartechnik hat sich zutiefst betroffen gezeigt und spricht der Familie sowie den Kollegen des Verstorbenen ihr Mitgefühl aus. Das Unternehmen hat zudem Unterstützung und psychologische Betreuung für die betroffenen Mitarbeiter angeboten. Es wird betont, dass die Sicherheit der Mitarbeiter oberste Priorität hat, und das Unternehmen steht in engem Kontakt mit den Ermittlungsbehörden sowie der Berufsgenossenschaft, um die Ursachen des Lebens tragenden Unfalls zu klären. Hierzu wurde auch der Kriminaldauerdienst der Kriminalpolizeiinspektion Traunstein hinzugezogen, ein Gutachter arbeitet ebenfalls aktiv an der Klärung des Vorfalls.

Besonders wichtig ist für Fliegl, dass derzeit keine Hinweise auf Fremdverschulden vorliegen. Das Unternehmen kann jedoch noch keine Details zum genauen Unfallhergang veröffentlichen, da die Ermittlungen in vollem Gange sind. Fliegl Agrartechnik, das 2025 sein 50-jähriges Bestehen feierte, beschäftigt weltweit rund 1.400 Mitarbeiter, darunter 450 in Mühldorf.

Herausforderungen in der Landwirtschaft

Der traurige Vorfall wirft ein Licht auf die allgemeinen Sicherheitsbedingungen in der Landwirtschaft, die von saisonalen Arbeitsspitzen und schweren Maschinen geprägt sind. Dies wird unterstützt durch eine Untersuchung, die zeigt, dass 2023 in der Forst- und Landwirtschaft 57.608 meldepflichtige Arbeitsunfälle registriert wurden – ein Rückgang um 2,4 % im Vergleich zum Vorjahr. Dennoch bleibt die Zahl der tödlichen Unfälle alarmierend hoch. Im Schnitt stirbt alle fünf Tage ein Landwirt, und alle zehn Tage verliert eine Person im Forst ihr Leben.

Die Gefahren sind vielfältig: Das Arbeiten mit schweren Geräten, wechselnden Witterungsbedingungen und in unebenem Terrain erhöht das Risiko erheblich. Darüber hinaus sind viele Betriebe Familienunternehmen, in denen unterschiedliche Altersgruppen und oft auch ungelernte Arbeitskräfte tätig sind. Dies führt zu einer Vielzahl spezifischer Gefährdungen, die nicht nur körperliche Belastungen wie schweres Heben und langes Stehen umfassen, sondern auch psychische Belastungen durch Zeitdruck und hohe Arbeitsanforderungen.

Der Weg zur besseren Sicherheit

Fachkundige Beobachtungen betonen, dass Arbeitgeber in der Landwirtschaft gesetzliche Vorgaben zum Arbeitsschutz einhalten müssen, unabhängig von der Betriebsgröße. Die ordnungsgemäße Gefährdungsbeurteilung, die regelmäßig aktualisiert werden muss, ist hierbei unerlässlich. Leider sind strukturierte Arbeitsschutzmaßnahmen in vielen landwirtschaftlichen Betrieben noch Mangelware. Es besteht daher ein dringender Handlungsbedarf, um die Sicherheit in der Branche zu verbessern.

Fliegl Agrartechnik hat in Anbetracht des tragischen Vorfalls ihre Sicherheitsrichtlinien überprüft und möchte aus dieser Situation lernen, um sicherzustellen, dass solche Unfälle in Zukunft verhindert werden können. Die kommenden Wochen und Monate werden zeigen, welche Maßnahmen ergriffen werden, um das Risiko für die Mitarbeiter zu minimieren und das Bewusstsein für Arbeitssicherheit in der Landwirtschaft zu fördern.