Heute ist der 13. Mai 2026, und in Polling, unweit von Mühldorf am Inn, geht es hoch her. Die erste Sitzung des neu gewählten Gemeinderats nach der Wahl am 8. März hat begonnen. Bürgermeister Ernst Weinberger von der CSU eröffnet das Treffen um 19:30 Uhr, und die Stimmung ist gelöst und harmonisch. Ein schöner Anblick! Schließlich sind neun von sechzehn Gemeinderäten neu, und das bringt frischen Wind in die altehrwürdigen Hallen. Die Anspannung der Wahl ist nun einem Gefühl der Vorfreude gewichen.
Weinberger, der mit einem klaren Fokus auf Zusammenhalt, Geduld und einen respektvollen Umgangston die Sitzung leitet, legt um 19:38 Uhr seinen Amtseid ab. Es ist ein Moment, der für viele der Anwesenden von Bedeutung ist – ein Zeichen für den Neuanfang. Der Bürgermeister schlägt gleich zu Beginn vor, zwei Stellvertreter zu wählen. Und so wird Stefan Mooshuber (CSU) zum Zweiten Bürgermeister gewählt, während Grit Berdel (FW) als Dritte Bürgermeisterin mit 12 Stimmen die Wahl gewinnt. Ein starkes Team!
Ein Blick auf die neuen Gesichter
Die neuen Gesichter im Rat sind ein bunter Haufen: Barbara Fuchshuber, Ingrid Irgmaier, Florian Lohr, Leonhard Schwarz, Andreas Selmaier (alle CSU), Raimund Kühnl (FW), Andrea Moser (Grüne) sowie die beiden Richard und Wilhelm Wagner von der AfD. Ein großes Aufgebot, das mit frischen Ideen und Perspektiven glänzen möchte. Auch wenn der Unmut über die Vertretung der AfD und die Entscheidung zur Erhöhung des Rechnungsprüfungsausschusses (RPA) auf sechs Mitglieder nicht zu übersehen ist, bleibt die Atmosphäre freundlich. Es gibt vier Gegenstimmen, aber das scheint die Harmonie nicht zu stören.
Der RPA wird unter der Leitung von Berdel als Vorsitzende arbeiten, und auch die Fraktionsvorsitzenden dürfen sich über eine Entschädigung von 35 Euro für Fraktionssprechersitzungen freuen. Das klingt nach einer soliden Basis für die neue Amtszeit, die mit 68 Minuten Sitzungsdauer recht zügig über die Bühne ging. Alle Formalien wurden abgehakt – und vielleicht hat der ein oder andere auch schon die ersten Ideen auf der Zunge liegen.
Ein Rückblick auf die Wahl
Ein bisschen Hintergrundwissen zur Wahl könnte nicht schaden. Bei der Gemeinderatswahl hat die CSU 29,0 Prozent der Stimmen erzielt, gefolgt von der WGP mit 26,2 Prozent und den Grünen mit 13,2 Prozent. Die Wahlbeteiligung war mit 74,5 Prozent erfreulich hoch – ein kleiner Aufwärtstrend im Vergleich zu den 73,2 Prozent im Jahr 2020. Interessant, oder? UWPEO musste einen Rückgang von 8,5 Prozentpunkten hinnehmen, während die CSU sich immerhin um 1,6 Prozentpunkte verbessern konnte. Da tut sich was in den Köpfen der Wähler!
Polling selbst ist eine charmante Gemeinde im Landkreis Weilheim-Schongau, gelegen auf 567 Metern Höhe. Mit einer Fläche von 29,20 Quadratkilometern und einer Bevölkerung von 3.633 Einwohnern hat der Ort eine angenehme Dichte von 124 Einwohnern pro Quadratkilometer. Die Ammer schlängelt sich durch das Gemeindegebiet, während der Tiefenbach den Ort durchquert – eine idyllische Kulisse für die neuen Ratsmitglieder.
Die Wirtschaft in Polling ist vielfältig. 600 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze gibt es, vor allem im Handel, Verkehr und Dienstleistungen. Die Landwirtschaft spielt ebenfalls eine Rolle: 49 Betriebe bewirtschaften rund 1.679 Hektar, wobei das meiste als Dauergrünland genutzt wird. Ein kleiner Hinweis auf die Vergangenheit – einst prägten bedeutende Kalktuff-Vorkommen die Region, heute ist nur noch ein Steinbruch vorhanden.
Was die Zukunft bringt? Das werden die kommenden Sitzungen zeigen. Eines steht fest: Polling hat einen neuen Kurs eingeschlagen, und die neue Gemeinderatsrunde hat viel Potenzial, um die Gemeinde weiter voranzubringen. Man darf gespannt sein, was die nächsten Monate bringen!