In der malerischen Kulisse des Schliersees, wo das Wasser glitzert und die Berge sich majestätisch erheben, ereignete sich am 26. April ein Vorfall, der sowohl die Anwohner als auch die Einsatzkräfte in Atem hielt. Ein 17-jähriger Junge aus Weyarn, frisch von einer Party, wagte sich in die eisigen Tiefen des 12 Grad kalten Wassers. Nach einer ausgelassenen Nacht war die Verlockung des glitzernden Wassers offenbar zu stark. Doch als er weit hinaus schwamm, kehrte er nicht zurück.
Die Sorge unter seinen Freunden wuchs, und nach einer Weile verständigten sie die Rettungsleitstelle. Um 20:30 Uhr startete eine aufwendige Suchaktion, die rund 80 Rettungskräfte mobilisierte. Unter ihnen waren die Wasserwacht Schliersee, die DLRG SEG Gmund, Feuerwehr und sogar ein Polizeihubschrauber, der aus Miesbach anrückte. Es war ein Wettlauf gegen die Zeit, denn die akute Lebensgefahr war offensichtlich.
Rettung in letzter Sekunde
Gegen 21 Uhr, als die Dunkelheit bereits hereingebrochen war, fand man den Jungen schließlich am Ufer eines Campingplatzes. Er war erschöpft und stark alkoholisiert. Die Retter halfen ihm aus dem Wasser und übergaben ihn umgehend dem Notarzt. Anschließend wurde er ins Krankenhaus gebracht, wo er erst einmal zur Ruhe kommen konnte. Ein Schock für alle Beteiligten und sicherlich auch für die Freunde, die in dieser angespannten Situation um den Jungen bangten.
Die Wassertemperatur lag bei frostigen 11,7 Grad Celsius, während die Lufttemperatur mit etwa 15 Grad nur wenig Trost bot. Simon Horst, der BRK-Kreisgeschäftsführer, nutzte die Gelegenheit, um eindringlich vor den Gefahren kalter Gewässer zu warnen. Er betonte die Notwendigkeit schnellen und koordinierten Handelns, das in diesem Fall glücklicherweise erfolgreich war.
Ein weiterer Notfall in der Region
Doch nicht nur dieser Vorfall sorgte in letzter Zeit für Aufregung in der Region. Nur wenige Tage zuvor verirrte sich ein 19-jähriger Münchner im Tiefschnee bei der Kümpfelalm. Mit einem Notruf via WhatsApp wandte er sich um 19:15 Uhr an die Polizei. Die Bergwacht Schliersee reagierte prompt und schickte fünf Einsatzkräfte mit einem ATV-Fahrzeug. Bei Lawinenwarnstufe drei und einbrechender Dunkelheit war die Rettung ein gewagtes Unterfangen.
Die Retter marschierten etwa eine halbe Stunde, bis sie den unterkühlten Mann erreichten. Ein Polizeihubschrauber wurde angefordert, konnte jedoch nicht landen, also wurde ein Luftretter per Winde abgesetzt. Schließlich wurde der 19-Jährige direkt ins Krankenhaus geflogen, wo seine Körperkerntemperatur bei nur 36 Grad gemessen wurde. Ein Glück, dass die Retter zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren!
Beide Vorfälle verdeutlichen die Herausforderungen, die die Rettungskräfte in der Region meistern müssen. Trotz der Gefahr, die kaltes Wasser und Schnee mit sich bringen, zeigen die Einsatzkräfte eine bemerkenswerte Reaktionsfähigkeit und Kooperationsbereitschaft. Die Natur hier hat ihren eigenen Kopf – und manchmal kann sie uns ganz schön auf die Probe stellen.