Heute ist der 25.07.2026 und im malerischen Miesbach gibt es Neuigkeiten, die die Gemüter erhitzen. Am Tegernsee, einem beliebten Ziel für Einheimische und Touristen, haben sich die Graugänse so richtig wohlgefühlt. Entlang des Badeufers tummeln sich Dutzende von ihnen; ein fröhliches, aber auch etwas lästiges Schauspiel. Die gemütlichen Vögel haben sich nicht nur im Rottacher Schorn niedergelassen, sondern auch im Freibad Abwinkl in Bad Wiessee. Man kann sie förmlich quaken hören, während sie um die Badenden herumwatscheln.

Was zunächst idyllisch wirkt, entpuppt sich jedoch schnell als Problem. Die Population der Graugänse hat im Vergleich zum Vorjahr einen sprunghaften Anstieg erlebt. Das Landratsamt Miesbach berichtet von fast 70 Graugänsen in Bad Wiessee und Rottach-Egern. Zum Vergleich: Im Jahr 2025 waren es noch knapp 40. Die Gänse brüten auf der Ringseeinsel und genießen die Sommermonate in vollen Zügen. Doch genau hier gibt es Beschwerden – und zwar nicht zu knapp. Einheimische und Badegäste klagen über den Kot der Tiere, der das Badevergnügen trübt.

Ein Aufruf zur Rücksichtnahme

Sabine Kirchmair, die Sprecherin des Landratsamts, bestätigt die Unzufriedenheit der Bevölkerung. Immer wieder wird darauf hingewiesen, dass das Füttern der Graugänse nicht nur unerwünscht, sondern auch kontraproduktiv ist. Dennoch scheinen die Badegäste nicht abzuhalten – die Gänse werden mit Brot und anderen Leckereien versorgt, was deren Verweilen nur fördert. Ein Teufelskreis, der schnell durchbrochen werden muss!

In einem Versuch, der Situation Herr zu werden, wird derzeit an einem gemeinsamen Managementkonzept gearbeitet, das alle Gemeinden im Tegernseer Tal einbezieht. Es gibt bereits Überlegungen, kurzfristig umsetzbare Maßnahmen zu ergreifen, um die Situation in dieser Saison zu verbessern. Auch die Gelegebehandlung für das kommende Jahr wird bereits vorbereitet. Man kann nur hoffen, dass hier rechtzeitig Lösungen gefunden werden, denn die Graugänse sind nicht die einzigen, die sich am Tegernsee wohlfühlen – auch die Menschen möchten ihren Sommer unbeschwert genießen.

VeloCore Medium

Die Diskussion über den Umgang mit wilden Tieren ist nicht neu. Oft stehen Naturschutz und menschliche Bedürfnisse in einem ständigen Spannungsfeld. Die Graugans ist in Deutschland nicht gefährdet, aber das bedeutet nicht, dass sie in Massen an einem Ort leben sollte, ohne dass es Konsequenzen hat. So kann es passieren, dass die idyllischen Landschaften, die wir lieben, durch das Übermaß an Tieren und deren Hinterlassenschaften in Mitleidenschaft gezogen werden. Was tun wir nun? Ein Weg ist, die Menschen zu sensibilisieren und sie auf das richtige Verhalten hinzuweisen. Aber ob das reicht? Die Debatte hat gerade erst begonnen.

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