Heute ist der 30.05.2026 und in der Region Miesbach gibt es wieder einmal hitzige Diskussionen rund um den Almweg von Aurach zum Jägerkamp. Der Deutsche Alpenverein (DAV) Leitzachtal sieht sich vermehrt mit Kritik konfrontiert, insbesondere von Seiten der Behörden und Bürgermeister Stefan Deingruber (CSU). Ein Gespräch im Landratsamt Miesbach am 2. März hat den Zusammenhang zwischen dem Almweg und der geplanten Ausweitung des Wildschutzgebiets klargestellt, doch die Wogen schlagen hoch.

Es gibt Bedenken, dass ein Betretungsverbot für den Almweg in der Pipeline steckt. Der DAV Leitzachtal hatte in seiner Online-Unterschriftensammlung zunächst ein solches Verbot angedeutet, was von den Experten des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) als Gerücht abgetan wurde. Frieder Scholz, der Vorsitzende des DAV, stellte klar, dass alle Informationen über die Wildschutzgebiets-Erweiterung aus Gesprächen mit den zuständigen Behörden stammen. Am 2. März wurden die Naturschutzvertreter des DAV zu einer Vorbesprechung eingeladen, in der die unbefristete Ausweitung der Wildschutzgebiete im Landkreis thematisiert wurde.

Wildschutzgebiete und ihre Folgen

Das geplante Wildschutzgebiet soll als Kompensationsmaßnahme für den Bau einer Forst-/Almstraße zur Benzing- und Jägerbauernalm dienen. Während der DAV den Schutz der Raufußhuhnbestände durchaus befürwortet, lehnt er die unbefristete Ausweisung von Wildschutzgebieten ab. Ein weiteres Anliegen des DAV ist die Forderung nach einer periodischen Evaluierung und Neubewertung der Wildschutzgebiete alle sechs bis zehn Jahre. Das Landratsamt plant zudem ein Betretungsverbot im Latschengürtel oberhalb der Benzingalm während der sensiblen Winterzeit, was auf artenschutzfachliche und rechtliche Gründe zurückzuführen ist.

Die Erweiterung der Wildschutzgebiete wird in einem separaten Verfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung durchgeführt – für den Wegebau hingegen ist ein rechtsstaatliches Verfahren ohne Einbeziehung der Öffentlichkeit vorgesehen. Die Online-Unterschriftensammlung des DAV läuft weiterhin und zeigt, wie sehr den Mitgliedern die Entwicklung am Herzen liegt.

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Engagement für den Naturschutz

Der DAV Leitzachtal engagiert sich nicht nur für den aktuellen Konflikt, sondern auch für den Naturschutz insgesamt. Mit der Unterschriftenaktion „Rettet den Jägerkamp“ wird versucht, Transparenz zu schaffen und die Diskussion über die bedrohte Region anzuregen. Auch die Mitglieder sind aktiv: Die Sektion organisiert zahlreiche Veranstaltungen, darunter die Hauptversammlung am 12. Juni 2026 im Gasthaus Kirchstiegl und den Leitzachtaler Kindertriathlon am 14. Juni 2026. Diese Events sind nicht nur für die Mitglieder wichtig, sondern auch für die Gemeinschaft, die sich um den Erhalt der Natur und die Förderung des Natursports kümmert.

Witzigerweise hat Lotte Pichler, die sich intensiv im Naturschutz engagiert, im September 2026 den Cipra-Alpenpreis erhalten. Ein schöner Lohn für die ganze Mühe, die sich hinter solchen Initiativen verbirgt. Das Leitzachtaler Bergblattl, das jährlich im April erscheint, informiert über aktuelle Touren, Termine und Berichte und bringt frischen Wind in die Bergwelt. Ganz zu schweigen von den regelmäßigen Veranstaltungen wie dem Sommerkino in Fischbachau oder dem offenen Klettertreff im Kletterstadl Aurach, die das Gemeinschaftsgefühl stärken.

Die Herausforderungen bleiben, und die Diskussion über den Almweg zeigt einmal mehr, wie wichtig ein respektvoller Umgang mit der Natur ist. Die Mitglieder des DAV Leitzachtal sind bereit, sich diesen Herausforderungen zu stellen, auch wenn es manchmal etwas turbulent zugeht. Es bleibt spannend, wie sich die Situation rund um den Almweg entwickeln wird und ob ein Weg gefunden werden kann, der sowohl den Naturschutz als auch die Freizeitaktivitäten der Bergfreunde im Einklang bringt.