Heute ist der 15. Mai 2026, und während in Miesbach die ersten Sonnenstrahlen den Tag erhellen, gibt es in Tegernsee eine etwas trübere Nachricht. Die Gebirgsschützenkompanie Tegernsee hat ihre Teilnahme am diesjährigen Alpenregionstreffen in Innsbruck abgesagt. Ein Treffen, das für viele Schützen und Zuschauer ein Highlight darstellt! Am Sonntag, dem 17. Mai, hätten zwischen 7000 und 10.000 Menschen in der beeindruckenden Kulisse des Bergisel-Stadions erwartet werden sollen. Doch Hauptmann Wolfgang Baier und sein Stellvertreter Hannes Wiesner mussten nach einer gründlichen Inspektion des Stadions eine bittere Entscheidung treffen.

Der Anmarschweg ins Stadion wurde als unzumutbar erachtet. Zwei Kilometer müssen die Schützen vom Bus-Parkplatz bis zum Stadion zurücklegen – eine Strecke, die für viele, insbesondere für den Altersdurchschnitt der Schützen, eine große Herausforderung darstellt. Dazu kam die Besorgnis über die Tribünen im Stadion und das Risiko möglicher Verletzungen. Ein Umstand, der bei einem Fest, das eigentlich Freude und Gemeinschaft feiern sollte, nicht tragbar ist.

Preise und Wetter sorgen für Unmut

Die Kritik an den Preisen für Speisen und Getränke im Festbetrieb war ebenfalls ein weiterer Stolperstein. 19 Euro für einen Schweinsbraten und 5,90 Euro für ein Bier – das ist in der Tat kein Schnäppchen! Die Tegernseer Schützen hatten sich eigentlich darauf gefreut, nach dem Festzug im Tegernseer Bräustüberl einzumarschieren und den Tag gebührend ausklingen zu lassen. Doch auch die Möglichkeit, das Fest bei schlechtem Wetter in die Messehalle zu verlegen, brachte keine Entlastung, da eine Tischreservierung nicht garantiert war.

Ob andere Kompanien aus Bayern ebenfalls dem Treffen fernbleiben werden, ist noch ungewiss. Ein Sprecher des Bundes der Bayerischen Gebirgsschützen erwähnte, dass einige Kompanien aufgrund von Terminüberschneidungen in kleiner Besetzung anreisen könnten. Aber die Tegernseer Kompanie, die ursprünglich mit 130 Mann geplant war, wird nicht teilnehmen. Ein Verlust für die Gemeinschaft!

Ein Blick auf die Tradition

Die Tradition der Gebirgsschützen ist tief verwurzelt in der Kultur unserer Region. Diese Gemeinschaft steht nicht nur für das Schützenwesen, sondern auch für Brauchtum, Freundschaft und Zusammenhalt. In den letzten Jahren haben viele Kompanien derart große Anstrengungen unternommen, um solche Treffen zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen. Da tut es besonders weh, wenn solche Entscheidungen getroffen werden müssen. Ein Fest, das in der Vergangenheit Freude und Zusammengehörigkeit gebracht hat, wird in dieser Form zum Stillstand kommen.

Für die Schützen und die Zuschauer bleibt nur zu hoffen, dass die Bedingungen in Zukunft wieder besser werden und solche Absagen der Vergangenheit angehören. Der Wunsch nach Gemeinschaft und Brauchtum lebt in den Herzen der Schützen weiter, auch wenn die Umstände manchmal nicht mitspielen. Die nächste Gelegenheit kommt bestimmt – und vielleicht können die Tegernseer Schützen beim nächsten Mal wieder mit voller Kraft dabei sein.