Heute ist der 24.06.2026, und ich sitze hier in Main-Spessart und denke über die Zukunft nach. Ein Thema, das uns alle betrifft: der Arbeitskräfte- und Fachkräftemangel in Unterfranken. Laut einer aktuellen Studie der Prognos AG, die im Auftrag der vbw erstellt wurde, wird sich die Lage bis 2035 dramatisch verschärfen. Die Fachkräftelücke wird von 27.750 Personen im Jahr 2025 auf fast 45.000 Personen im Jahr 2035 ansteigen. Man fragt sich, wo das alles enden soll. Ab 2028 wird es besonders turbulent werden. Unterfranken, nach Oberbayern die am stärksten betroffene Region in Bayern, sieht sich einer Situation gegenüber, die nicht nur für die Unternehmen hart wird, sondern auch für die Menschen, die hier leben.

Der Hauptgrund für diese Entwicklung? Die demografische Veränderung. Viele Beschäftigte gehen in Rente, und die Geburtenrate sinkt – das ist eine explosive Mischung. Engpässe werden in 27 von 36 Berufshauptgruppen auftreten. Besonders betroffen sind die ländlichen Kreise, wie Rhön-Grabfeld, Main-Spessart und Bad Kissingen, wo die Rückgänge im Arbeitskräfteangebot teilweise über 10% betragen. Für die Ballungszentren sieht die Sache etwas rosiger aus; Aschaffenburg hat das geringste Minus mit nur 5,6%. Es ist schon seltsam, wie sich diese Unterschiede auf die Lebensqualität auswirken.

Ein Blick in die Zukunft

Die Prognose für Unterfranken spricht von einer Fachkräftelücke von rund 83.000 Personen bis 2035. Und hier ist der Clou: Das Arbeitskräfteangebot wird in Bayern stärker zurückgehen als die Nachfrage. Das bedeutet, dass Unternehmen verstärkt um die wenigen verfügbaren Talente kämpfen müssen. Die Nachfrage übersteigt bereits jetzt das Angebot in Rhön-Grabfeld um über 10% – eine alarmierende Zahl, die deutlich macht, dass die Zeit drängt.

Die Studie „Regionale Arbeitslandschaften“ hat nicht nur die Lücken analysiert, sondern auch Vorschläge zur Verbesserung unterbreitet. Die Erhöhung der Erwerbsbeteiligung von älteren Arbeitnehmern und Teilzeitkräften sowie eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten könnten hier Wunder wirken. Denn das sind ja oft die, die Erfahrung mitbringen und den jungen Wilden in nichts nachstehen. Gleichzeitig zeigt das Fachkräftemonitoring des BMAS, dass ungenutzte Potenziale bei Frauen, Nicht-Deutschen und älteren Arbeitnehmern bestehen. Es wird Zeit, diese Potenziale auszuschöpfen. Schließlich könnte eine erhöhte Erwerbsbeteiligung von Frauen und ausländischen Staatsbürgern langfristig positive Effekte auf den Arbeitsmarkt haben.

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Herausforderungen und Möglichkeiten

Doch es gibt auch Herausforderungen. Die Mittelfristprognose zeigt, dass bis 2029 rund 530.000 Fachkräfte fehlen werden, obwohl die Nachfrage in bestimmten Branchen steigt. Gleichzeitig schwingt das Thema Digitalisierung mit, das die Anforderungen an die Arbeitskräfte verändert. Ein gut ausgebildeter Arbeitsmarkt ist die Grundlage für eine florierende Wirtschaft. Weiterbildung wird entscheidend sein, um den Mismatch zwischen Qualifikationen und Anforderungen zu verringern. In diesem Zusammenhang wäre es klug, die Bundeswehr als Bildungsträger zu stärken, um den Übergang in den zivilen Arbeitsmarkt zu unterstützen.

Die Tatsache, dass die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter in Deutschland sinkt, sollte uns zu denken geben. Gezielte Einwanderung könnte helfen, dieses Defizit auszugleichen. Aber um erfolgreich zu sein, brauchen wir Sprachkompetenzen, damit Zugewanderte auch wirklich in den Arbeitsmarkt integriert werden können. Es wird nicht einfach, aber die Zukunft liegt in unseren Händen – und wir müssen sie aktiv gestalten.

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