Bodensee unter Druck: Trinkwasserquelle in der Hitzewelle
Heute ist der 17.07.2026, und wir blicken auf den Bodensee, der nicht nur für seine malerischen Landschaften bekannt ist, sondern auch als Quelle für reines Trinkwasser dient. In diesem Jahr hat die Hitzeperiode für Rekordwerte gesorgt – an einigen Tagen wurden über 546 Millionen Liter Trinkwasser aus dem Bodensee abgezweigt. Das ist die dritthöchste Menge, die jemals vom Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung abgegeben wurde. Im Durchschnitt wurden 2024 rund 354 Millionen Liter täglich entnommen. Das macht schon was her, oder?
Die Vereinbarungen auf internationaler Ebene erlauben sogar die Entnahme von bis zu 670 Millionen Litern Rohwasser pro Tag. Aber keine Sorge, die genehmigte Höchstmenge wurde bisher nie ausgeschöpft. Tatsächlich entnehmen wir nur ein Prozent der Menge, die dem Bodensee zufließt. Damit bleibt der Bodensee, auch bei einem außergewöhnlich niedrigen Wasserstand im Juni, stabil. Denn zusätzliche Pumpen fördern das Wasser aus etwa 60 Metern Tiefe, direkt zur Süßenmühle bei Sipplingen.
Wasseraufbereitung – Ein technisches Meisterwerk
Das Wasser, das hier entnommen wird, ist nicht nur klar und rein, sondern hat auch ganzjährig eine erfrischende Temperatur von etwa fünf Grad Celsius. Von den drei Entnahmetürmen auf dem Seegrund fließt das Wasser durch drei Leitungen zum Seepumpwerk am Ufer, von wo aus es über mehr als 300 Höhenmeter zur Aufbereitungsanlage auf dem Sipplinger Berg befördert wird. Dort wird das Wasser mit Mikrosieben, Ozon und Filtern aufbereitet und desinfiziert. Ein echter Hochgenuss für alle, die in Konstanz, Stuttgart oder Nordbaden leben.
Der Bodensee selbst hat bei mittlerem Wasserstand rund 50 Billionen Liter Wasser. Er wird kontinuierlich durch Flüsse, Niederschläge und Grundwasser gespeist – der Alpenrhein ist dabei der wichtigste Zufluss. Auch wenn der Klimawandel den natürlichen Jahresrhythmus des Bodensees beeinflusst, gehen die Experten davon aus, dass wir auch in Zukunft genügend Wasser zur Verfügung haben werden. Der Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung hat seit 1954 die Aufgabe, Trinkwasser für Baden-Württemberg zu liefern und arbeitet kontinuierlich daran, die Wasserversorgung zu sichern.
Ein Blick in die Zukunft
Doch die Zukunft bringt Herausforderungen. Der Klimawandel sorgt dafür, dass die Wasserstände im Winter tendenziell höher und im Sommer tiefer sind. Mittlere Sommerwasserstände liegen heute etwa 40 Zentimeter unter denen der Vergleichsperiode von 1961 bis 1990. Längere Trockenphasen könnten bevorstehen, und die Wasserstände werden immer mehr von Regen- und Trockenperioden abhängen. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, prüft Baden-Württemberg im Rahmen des Masterplans Wasserversorgung, ob Brunnen und Quellen bis 2050 ausreichen. Alternativen müssen her, um auch bei Trockenheit gewappnet zu sein.
Die Bodensee-Wasserversorgung ist ein wichtiger Teil des Systems zur Ausgleichung regionaler Engpässe. Eine gute Nachricht für all jene, die sich um die Zukunft unseres Trinkwassers sorgen. Denn am Ende des Tages – ganz ehrlich gesagt, wir alle wollen ja, dass unser Wasser frisch und rein bleibt. Und das ist nur ein weiterer Grund, unseren Bodensee zu schätzen.
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