Schatten der Vergangenheit: Antisemitismus und die linke Ideologie in Landshut
Heute ist der 31.05.2026. In Landshut spürt man den Puls der Zeit, und dieser Puls ist momentan ziemlich unruhig. Antisemitismus, ein Thema, das schon lange in der deutschen Gesellschaft brodelt, hat nach dem Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023 eine neue Dimension erreicht. Interessanterweise zeigt sich dieser Antisemitismus nicht nur in extremen Kreisen, sondern auch in linken, antikapitalistischen Bewegungen. Eine besorgniserregende Entwicklung, die einige Autoren in neuen Publikationen beleuchten.
So hat Annette Vowinckel in ihrem Werk „Landshut 1977“ die Entführung eines Flugzeugs durch die PFLP (SC) detailliert nachgezeichnet. Die dramatischen Ereignisse vom 13. Oktober 1977, als Geiselnehmer Druck auf die Bundesregierung ausüben wollten, sind nach wie vor von großer Relevanz. Besonders skandalös ist, dass die Geiselnehmer ihre Forderungen mit antisemitischen Äußerungen untermauerten, die Zionismus und Nazismus gleichsetzten. Ein tiefes, schmerzhaftes Kapitel, das die Auswirkungen des linken Terrorismus in Deutschland und das Leiden der Geiseln eindrucksvoll schildert. Am 18. Oktober 1977 rettete die GSG 9 alle Geiseln in Mogadischu, aber der Preis war hoch – drei Geiselnehmer mussten ihr Leben lassen.
Linker Antisemitismus im Fokus
Jan Gerber greift in seinem Buch „Fluchtpunkt Entebbe“ das Thema linker Antisemitismus auf, und das nicht ohne Grund. Er beleuchtet die Entführung eines Flugzeugs durch die PFLP im Jahr 1976, wobei die Trennungen zwischen jüdischen und nicht-jüdischen Passagieren mehr als nur schockierend waren – sie werfen ein grelles Licht auf die ideologischen Risse in der deutschen Linken. Gerber reflektiert die Debatten innerhalb dieser Szene und die Rolle prominenter Denker, die oft nicht umhin kamen, antisemitische Narrative in ihren Diskursen zuzulassen. Ein bisschen wie ein Spiegel, der die Schattenseiten der eigenen Ideologie aufzeigt.
Wolfgang Kraushaar hingegen beleuchtet in seinen Aufsätzen die Geschichte des deutschen Linksterrorismus, doch der Antisemitismus bleibt bei ihm eher im Hintergrund. Alle drei Autoren – Vowinckel, Gerber und Kraushaar – thematisieren jedoch, wenn auch nur am Rande, die Verbindung zwischen linkem Antisemitismus und der DDR. Ein Thema, das oft zu kurz kommt, obwohl die DDR linksterroristische Gruppen unterstützte und antisemitische Narrative propagierte. Ein Erbe, das nicht einfach so abgetan werden kann.
Besonders auffällig ist die mangelnde Selbstreflexion in der deutschen Linken, wenn es um Antisemitismus geht. Immer wieder wird auf die historische Gleichsetzung von Israel mit dem Nationalsozialismus hingewiesen – ein Gedanke, der in bestimmten linken Kreisen weit verbreitet ist und die Debatten oft vergiftet. Es ist, als ob man einen Schatten auf der eigenen Ideologie sieht, den man einfach nicht loswird.
Es bleibt abzuwarten, wie die Diskussionen rund um diese Themen weitergehen werden. Der Wind weht zwar rau, aber vielleicht ist es genau jetzt an der Zeit, die Schatten der Vergangenheit ins Licht zu rücken. Denn nur so kann man vielleicht einen Weg finden, um nicht nur die Geschichte zu verstehen, sondern auch die Gegenwart zu gestalten. Und das ist schließlich das, was wir alle wollen – eine bessere Zukunft für alle.


