In der charmanten Stadt Landsberg am Lech, wo die Wellen des Forggensees sanft ans Ufer plätschern, wird in Kürze ein ganz besonderes Filmereignis über die große Ingenieurskunst der 50er Jahre aufgeführt. Am Sonntag, den 31. Mai, um 11 Uhr, zeigt das Olympia Filmtheater die Originalfassung der Dokumentation „Roßhaupten – ein altes Projekt wird endlich Wirklichkeit“, die die faszinierenden Hintergründe des Baus der Lechstaustufe 1 beleuchtet. Ein Ereignis, das nicht nur Geschichtsinteressierte ansprechen wird, sondern auch die Herzen derer höher schlagen lässt, die die Epoche der Aufbruchsstimmung nach dem Krieg nachempfinden möchten.
Über 1500 Arbeiter waren damals an dieser monumentalen Baustelle im Nachkriegsdeutschland beteiligt. Der große „Hosenrohr“ Druckstollen und die beeindruckenden Kaplan-Turbinen mit einer Fallhöhe von 34 Metern waren technische Meisterwerke ihrer Zeit. Ein Film, der von 1950 bis 1954 gedreht wurde, zeigt die gesamte Ingenieurskunst von der Planung bis zur Einweihung. Doch das Besondere daran? Die Original-Dokumentation der Bayerischen Wasserkraft AG war über 60 Jahre lang nicht öffentlich zugänglich. Ein wahres Zeitzeugnis, das endlich ans Licht kommt!
Einblicke in die Vergangenheit
Das historische Filmmaterial wurde von Uniper zur Verfügung gestellt und von den talentierten Thomas Häring und Hubert Jäger digitalisiert und restauriert. Es umfasst unglaubliche 53 Minuten und beeindruckende 76.000 Bilder. Dabei erlebte Häring, der seit über zehn Jahren an einem Film über den Forggensee arbeitet, eine aufregende Entdeckungsreise. Während seiner Recherchen stieß er auf Carsten Gollum, den Leiter der Kraftwerksgruppe Lech von Uniper, und erfuhr von der Existenz des Films. Nach einigem Suchen fand Uniper schließlich das gesuchte Material und stellte es zur Verfügung: sieben Rollen Ton, sieben Rollen Bildmaterial, vier Rollen Vorführmaterial und zwei Rollen 16-Millimeter-Material – eine wahre Schatztruhe!
Die ersten Vorführungen in der Filmburg Marktoberdorf waren bereits ausverkauft, und die Vorfreude auf die Aufführung in Landsberg ist spürbar. Man könnte sagen, die Geschichte von Roßhaupten wird nicht nur auf die Leinwand projiziert, sondern auch in die Herzen der Zuschauer, die sich an die Wurzeln ihrer Heimat erinnern.
Ein Teil der bayerischen Identität
Der Forggensee und die Lechstaustufe 1 sind nicht nur technische Meisterwerke, sie sind auch Teil der bayerischen Identität. Der Bau hat nicht nur die Landschaft geprägt, sondern auch das Leben der Menschen in der Region nachhaltig beeinflusst. Damals wie heute verbindet sich mit dem Wasser nicht nur der Lebensraum, sondern auch die Energie, die wir benötigen. Ein Film, der die Brücke schlägt zwischen Vergangenheit und Gegenwart, und uns daran erinnert, wie wichtig es ist, unsere Geschichte zu bewahren und weiterzuerzählen.
Die Vorführung am 31. Mai ist mehr als nur ein Filmabend, sie ist eine Einladung, die eigene Geschichte zu reflektieren und die Entwicklung der Region zu würdigen. Das Olympia Filmtheater wird an diesem Sonntag zum Schauplatz einer Zeitreise, die sowohl junge als auch alte Generationen zusammenbringt. Und wer weiß, vielleicht inspiriert dieser Film auch die nächste Generation von Ingenieuren und Visionären, neue Ufer zu erkunden.