Am vergangenen Wochenende wurde im Historischen Rathaus von Landsberg am Lech ein ganz besonderes Jubiläum gefeiert: Die Nachbarschaftshilfe Landsberg kann auf zehn Jahre wertvolle Unterstützung im Alltag zurückblicken. Ein Grund zum Feiern, ohne Frage! Bei einem Festakt, der die Herzen aller Anwesenden berührte, wurde das Engagement der Ehrenamtlichen gewürdigt, die seit einem Jahrzehnt unermüdlich für die Menschen in ihrer Umgebung da sind.

Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl ließ es sich nicht nehmen, ihre Anerkennung auszudrücken. „Euer Einsatz ist unbezahlbar!“, sagte sie und erzählte von den zahlreichen Arten, wie die Nachbarschaftshilfe Menschen unterstützt: Von Fahrten zum Arzt über Einkaufshilfen bis hin zu Haushaltsunterstützung und einfühlsamen Gesprächen. Die Mitglieder hatten zudem die Möglichkeit, an einer Stadtführung teilzunehmen, die das Thema „Nachbarschaftshilfe und Soziales in Landsberg – wie es früher war“ beleuchtete. Ein kleiner Blick in die Vergangenheit, der zeigte, wie wichtig nachbarschaftliche Unterstützung auch in der heutigen Zeit ist, besonders angesichts des demografischen Wandels.

Besondere Ehrungen und musikalische Begleitung

Im Rahmen der Feier wurden Traudl Melloh und Hans-Ulrich Bender für ihren unverzichtbaren Beitrag zur Gründung und Prägung der Nachbarschaftshilfe besonders geehrt. „Ohne euch wäre vieles nicht möglich gewesen!“, hörte man viele Stimmen aus dem Publikum. Auch der Caritasverband Landsberg und die Koordinationsstelle Engagierter Bürger des Landratsamts erhielten Anerkennung für ihre wertvolle Unterstützung. Die Feier wurde von der Ukulelegruppe aus dem AWO-Mehrgenerationenhaus musikalisch untermalt – eine fröhliche Melodie, die jedem ein Lächeln ins Gesicht zauberte.

Die Stadt Landsberg hat die Bedeutung der Nachbarschaftshilfe erkannt und sieht sie als essenziellen Baustein für ein selbstbestimmtes Leben älterer Menschen. Angesichts des demografischen Wandels wird die nachbarschaftliche Unterstützung immer wichtiger. Um die Ehrenamtlichen weiterhin zu unterstützen, plant die Stadt Maßnahmen, um die Abläufe zu prüfen und die Sichtbarkeit des Angebots zu erhöhen. Vielleicht wird bald auch die Landsberg-am-Lech-App zum Einsatz kommen, um noch mehr Menschen zu erreichen.

Ehrenamt im Wandel der Zeit

Doch was bedeutet das für das bürgerschaftliche Engagement insgesamt? Der demografische Wandel hat auch hier seine Spuren hinterlassen. Während das Engagement bei den über 65-Jährigen steigt, sieht man gleichzeitig einen Rückgang der Bereitschaft, Leitungsfunktionen zu übernehmen. Viele zivilgesellschaftliche Organisationen berichten von einem Mangel an jüngeren Engagierten. Die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE), die 2020 ins Leben gerufen wurde, möchte dem entgegenwirken. Mit Programmen wie „FuturE“, das seit 2022 jüngere Menschen in Leitungspositionen unterstützt, wird versucht, neue Akzente zu setzen. Ab 2024 wird das Programm auch für Engagierte zwischen 55 und 68 Jahren geöffnet.

Zusätzlich hat die DSEE das Programm 100xDigital ins Leben gerufen, um Organisationen bei digitalen Herausforderungen und der Vernetzung zu helfen. Über 57% der Engagierten nutzen mittlerweile das Internet, was zeigt, dass die Digitalisierung im Ehrenamt angekommen ist. Auch generationenübergreifende Angebote zur Stärkung des Ehrenamts sind ein wichtiger Bestandteil der aktuellen Strategie. Die Bundesregierung hat am 04. Dezember 2024 eine Engagementstrategie beschlossen, die die Rahmenbedingungen für freiwilliges Engagement weiter verbessern soll.

Die gesellschaftliche Verantwortung wird immer wichtiger, und die Nachbarschaftshilfe in Landsberg ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie gemeinschaftliches Engagement funktioniert. Es bleibt spannend, wie sich die nächsten Jahre entwickeln werden und wie diese Initiativen noch mehr Menschen erreichen können. Die Feier im Rathaus hat eindrücklich gezeigt, dass nachbarschaftliche Hilfe mehr ist als nur eine Dienstleistung – es ist ein Lebensgefühl, das verbindet und stärkt.