Am vergangenen Wochenende hat die Eishockey-Bayernliga wieder einmal für ordentlich Spannung gesorgt. In gleich vier Partien musste die Entscheidung im Verlängerung oder Penaltyschießen fallen, und zwei weitere Spiele endeten nur mit einem Tor Unterschied. Ein wahres Spektakel für die Fans! Im Mittelpunkt der Ereignisse standen die Schongauer Mammuts, die sich zu Beginn der Woche von ihrem Headcoach Domingo Grafunder trennten. Ein Schritt, der viele überrascht hat, denn Grafunder war erst seit Mai 2026 im Amt und sollte beim Neuaufbau einer jungen Mannschaft helfen.

Die Trennung geschah nach nur fünf Spielen in der Bayernliga und wird mit der „aktuellen sportlichen Situation“ begründet. Nach den ersten beiden Wochen der Saison standen die Mammuts mit nur drei Punkten auf dem drittletzten Platz. Und das, obwohl Grafunder mit fünf Stammspielern, was gleich einem kompletten Block entspricht, auf die Zähne beißen musste. Er selbst war der Meinung, dass dem Team Zeit zur Entwicklung gegeben werden sollte – etwas, was ihm offensichtlich nicht gewährt wurde. So kam es, dass die Schongauer am Freitag eine Niederlage gegen den Tabellenführer Waldkraiburg hinnehmen mussten. Besonders im letzten Drittel zeigte Waldkraiburg, dass sie in Sachen Spielstärke eine Klasse für sich sind.

Das Comeback der Mammuts

Doch die Mammuts bewiesen am Sonntag, dass sie nicht aufgeben. Im Auswärtsspiel gegen den ESC Geretsried konnten sie nach einem 0:0 zur zweiten Drittelpause schließlich mit 3:2 nach Verlängerung gewinnen. Innerhalb weniger Sekunden drehten Kurt Sonne und Moritz Eberle das Spiel und brachten Schongau mit 2:0 in Führung, bevor Geretsried durch Dominik Soukup und Ondrej Horvath ausglich. Der zurückgekehrte Clay Ellerbrock, der in dieser Saison bereits einige Schwierigkeiten hatte, sorgte für den entscheidenden Treffer in der Verlängerung – ein wahrer Held des Abends!

Die Situation war jedoch nicht nur auf dem Eis brisant. Das Spiel gegen Waldkraiburg war zudem von einem offenen Boykott der Schongauer Fans geprägt. Die Verantwortlichen und Spieler des EHC Waldkraiburg wurden nach dem Spiel von Interviews und der Pressekonferenz ausgeschlossen – ein klares Zeichen, dass die Gemüter erhitzt waren.

Peißenberg und die Aufholjagd

Die Peißenberg Miners hatten ebenfalls ein aufregendes Wochenende. Mit einem dezimierten Kader traten sie in Burgau an und mussten sich im Penaltyschießen geschlagen geben – nach einer dramatischen Aufholjagd, die die Miners von einem 1:4-Rückstand auf 4:4 brachte. Am Sonntag wiederholten sie das Kunststück im kleinen Derby gegen Landsberg. Marek Haloda schnappte sich in Überzahl den Siegtreffer in der Verlängerung und sicherte den Miners so den 5:4-Sieg. Ein echtes Herzschlag-Finale!

Die Bayerische Eishockey Liga, die höchste Amateurspielklasse in Bayern, hat sich in den letzten Jahren als sehr spannend und umkämpft erwiesen. Sie umfasst 16 Mannschaften, die um die bayerische Meisterschaft kämpfen. Die Liga wurde übrigens 1975/76 ins Leben gerufen. Zuvor war die Landesliga Bayern die höchste Amateurspielklasse. Und wusstet ihr, dass der EHC Waldkraiburg die ewige Meisterliste mit insgesamt vier Titeln anführt? In den letzten zwei Jahren konnten sie sich sogar die Meisterschaft sichern. Ein echter Rivalenclub für die Mammuts und Miners!

Was die Zukunft bringt? Die EA Schongau sucht nach einem neuen, dauerhaften Trainer, während der bisherige Co-Trainer Andreas Leschinger vorerst als Interimscoach einspringt. Grafunder hat angekündigt, die Trennung in Ruhe zu verarbeiten und mehr Zeit mit seiner Familie zu verbringen. Ein neuer Abschnitt für alle Beteiligten – da bleibt abzuwarten, wie sich das Geschehen in der Bayernliga weiter entwickelt!