Cyberangriffe und KI: Die neue Bedrohung für Unternehmen in Landsberg am Lech
In der malerischen Stadt Landsberg am Lech, wo die Uhren eine andere Gangart haben, gibt es aktuell ein Thema, das die Gemüter erregt: Cyberangriffe. Thomas Buck, Diplom-Wirtschaftsinformatiker und frisch gebackener Vorstand des IT-Verbunds Landsberg, schlägt Alarm. Er weiß, wovon er spricht, denn seit sechs Jahren arbeitet er für das Goethe-Institut in München. Dort hat er hautnah miterlebt, wie Cyberattacken zunehmen und Organisationen vor immer neue Herausforderungen stellen. Die Frage, ob ein Unternehmen angegriffen wird, ist für Buck längst beantwortet: Es geht nur noch darum, wann es passiert.
Der Schreck ist greifbar. Erst kürzlich wurden Kühlsysteme sabotiert, und bei einem Angriff auf die Stadtverwaltung Eichstätt wurden persönliche Daten entwendet. Auch die Veröffentlichung interner E-Mails der AfD durch Hacker hat gezeigt, wie verletzlich selbst etablierte Institutionen sind. Buck warnt: Die Cyberkriminalität hat mit der Unterstützung durch Künstliche Intelligenz (KI) einen neuen Höhepunkt erreicht. Früher waren es vielleicht einige wenige Hacker, die über das Darknet agierten. Heute kann das jeder, der über ein wenig technisches Know-how verfügt und sich mit KI beschäftigt. Ein beängstigender Gedanke, nicht wahr?
Schutzmaßnahmen und die Rolle der KI
Die Entwicklung von Angriffsmethoden hat sich rasant beschleunigt. Buck vergleicht IT-Sicherheit mit einer Burg: Selbst die stärksten Schutzwälle können durch neue Techniken umgangen werden. In seiner Funktion beim Goethe-Institut hat er bereits mehrfach erlebt, wie lokale Angriffe abgewehrt werden konnten – dank funktionierender Firewalls. Ein vollständiger Ausfall konnte bisher verhindert werden, doch die Gefahr bleibt. Phishing-Mails und gefälschte Anrufe sind durch den Einsatz von KI professioneller und überzeugender geworden. Ein zentrales Problem bleibt die Überprüfung der Identität digitaler Nutzer. Schließlich können automatisierte Systeme und Roboter auch als digitale Nutzer auftreten.
Die Zwei-Faktor-Authentifizierung bleibt laut Buck der beste Schutz. Ein zusätzliches Element, wie ein Code aus einer Authentifizierungs-App, kann entscheidend sein. Aber auch Unternehmen, die sich um ihre IT-Sicherheit kümmern, sind nicht immer auf der Höhe der Zeit. Viele betrachten die IT nach wie vor als Maschinenraum, der nur Computer verbindet. Dabei wirken sich Veränderungen in der IT auf das gesamte Unternehmen aus, und viele Organisationen reagieren zu langsam auf diese Veränderungen.
Künstliche Intelligenz als zweischneidiges Schwert
Eine spannende Tatsache ist, dass KI seit 2023 deutlich stärker in die Arbeits- und Alltagsprozesse integriert ist. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat festgestellt, dass Cyberkriminelle ebenfalls von dieser Entwicklung profitieren. Sie nutzen KI zur Aufklärung, um Zielorganisationen zu analysieren und Schwachstellen auszunutzen. Die Angriffe, die dabei durchgeführt werden, sind oft so gut durchdacht, dass sie schwer zu erkennen sind. In den letzten eineinhalb Jahren gab es zwar nur wenige dokumentierte Fälle, in denen Angreifer KI ausdrücklich eingesetzt haben, aber die Möglichkeiten sind da.
Und das ist noch nicht alles. Die KI kann auch bei Desinformationskampagnen zum Einsatz kommen, indem sie täuschend echte Inhalte generiert. Die Effektivität solcher Angriffe wird in Zukunft voraussichtlich zunehmen, was die Herausforderung für Unternehmen weiter verstärkt. Denn wie Buck treffend anmerkt, müssen persönliche und betriebliche Informationen stärker aus dem Internet zurückgehalten werden. Die Einstiegshürden für Malwareprogrammierung sinken, und das macht die Sache gefährlicher.
Die Verantwortung der Unternehmen
Ein Blick auf die aktuelle KI-Sicherheitsstudie von BSI und TÜV-Verband zeigt, dass 17 % der befragten Unternehmen in den letzten zwölf Monaten bestätigte oder vermutete Cyberangriffe mit KI-Bezug erlebt haben. Dabei sind täuschend echte Phishing-Mails die häufigste Angriffsmethode. Es ist alarmierend, dass 25 % der Unternehmen bislang keine Regelungen für KI-bezogene Sicherheitsvorfälle haben. Das zeigt, wie wichtig es ist, dass Unternehmen ihre Zuständigkeiten klar definieren und sich Gedanken über ihre Sicherheitsstrategien machen.
Mit der wachsenden Nutzung von KI in Unternehmen – 49 % der Befragten setzen bereits KI ein – steigt auch der Bedarf an Schulungen und Weiterbildungen. 76 % der Unternehmen sehen hier einen klaren Weiterbildungsbedarf. Die digitale Souveränität wird somit zu einer zentralen Herausforderung. Während 66 % der KI-nutzenden Unternehmen bereits mit europäischen oder deutschen KI-Anwendungen vertraut sind, gibt es immer noch viele, die sich stark von externen Anbietern abhängig fühlen.
Die Zukunft ist ungewiss, und es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird. Buck hat die Hoffnung, dass der gesellschaftliche Wandel, der mit der zunehmenden Integration von KI einhergeht, sinnvoll verlaufen wird. Doch er sieht auch die Herausforderungen, die damit verbunden sind. Die Digitalisierung und die Integration von KI in Unternehmen erfordern einen tiefen Umdenkprozess. So bleibt es spannend zu beobachten, welche Anpassungen Unternehmen vornehmen werden, um sich gegen die Bedrohungen der Cyberkriminalität zu wappnen.
