Berufsberatung neu inszeniert: Pflegeberufe auf der Bühne der Lechsporthalle
In der Lechsporthalle in Landsberg am Lech hat sich kürzlich ein spannendes Event zusammengebraut, das für frischen Wind im Pflegebereich sorgen möchte. Die Kampagne „Neue Pflege Bayern“ des bayerischen Gesundheitsministeriums hat es sich zum Ziel gesetzt, die Karrieremöglichkeiten im Pflegeberuf aufzuzeigen und zu fördern. Ein innovatives Konzept, das unter dem Namen „Szenische Berufsberatung“ firmiert, wurde von der Agentur „Kulturdesign“ entwickelt und fand großen Anklang an den beruflichen Schulen in Landsberg, insbesondere bei den Fachoberschulen (FOS) und Berufsoberschulen (BOS).
Unter der kreativen Leitung von Sissi Kirchberger setzten Schülerinnen und Schüler des Fachs „Szenisches Gestalten“ die Berufsberatung in Szene. Unterstützung kam von Isabel Lindner, die mit den Jugendlichen Szenen und Interviews mit Fachkräften erarbeitete. Diese szenischen Einlagen wurden als lebendige Talkshow präsentiert, in der Expertinnen aus der Region Landsberg ihre Erfahrungen und Tipps zum Pflegeberuf teilten. Die Moderation übernahmen Tim Steinmetz und Magdalena Padberg, die das Publikum an diesem informativen Nachmittag mit viel Charme und Witz durch das Programm führten.
Einblicke in die Welt der Pflege
Die Veranstaltung begann mit einem besonderen Fokus auf die praktische Ausbildung in der Pflege. Greta Haas vom Josefinum Augsburg betonte, wie wichtig moderne Medien für die Kommunikation mit Patienten sind. Ihre Worte hallten durch den Saal und ließen die Eltern und Schüler aufhorchen. Anne Wassermann, die als Fachfrau für Wundversorgung tätig ist, empfahl den dualen Studiengang in der Pflege und sprach offen über die Herausforderungen, mit denen Pflegekräfte konfrontiert sind. Sie stellte klar, dass die Selbstständigkeit im Pflegebereich auch ihre Tücken hat, aber gleichzeitig viele erfüllende Momente mit sich bringt.
Maria Junker, stellvertretende Pflegedienstleiterin am Seniorenstift Kaufering, räumte mit gängigen Vorurteilen auf und hob hervor, dass Empathie, Respekt und Wertschätzung die Grundpfeiler einer erfolgreichen Pflegekraft sind. Das Publikum war sichtlich berührt von ihren Ausführungen. Es war zu spüren, dass hier nicht nur Wissen weitergegeben, sondern auch Leidenschaft für den Beruf lebendig gemacht wurde.
Herausforderungen und positive Erfahrungen
Nina Rupprecht und Kathrin Kossmann, die in der kbo-Lech-Mangfall-Klinik im Bereich Sucht und Entzug arbeiten, schilderten eindrucksvoll Szenen aus ihrem Arbeitsalltag. Die beiden betonten die Wichtigkeit, auch in schwierigen Momenten Ruhe zu bewahren. Ihre Geschichten über den Umgang mit Patienten in Entzug und mit bipolaren Störungen waren sowohl lehrreich als auch berührend. Es wurde klar, dass Pflege weit mehr ist als nur ein Job – es ist eine Berufung, die sowohl Herausforderungen als auch unvergessliche, positive Erfahrungen mit sich bringt.
Diese Art der Berufsberatung, die szenisch umgesetzt wurde, ist ein frischer Wind in der Informationslandschaft und bietet Schülerinnen und Schülern eine Möglichkeit, den Pflegeberuf aus einer neuen Perspektive kennenzulernen. So kann man nur hoffen, dass solch kreative Ansätze auch in anderen Bereichen Einzug halten und die nächste Generation motivieren, sich für Berufe im Gesundheitswesen zu entscheiden.
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