Heute ist der 2. Mai 2026 und im malerischen Frankenwald, genauer gesagt im Landkreis Kronach, steht der Bund Naturschutz (BN) im Mittelpunkt. Kürzlich fand eine Informationsveranstaltung zum Thema „Waldumbau“ im Lamitztal bei Wallenfels statt, die viele Interessierte und Experten anlockte. Bei strahlendem Sonnenschein und dem Geräusch der Vögel, die fröhlich umherzwitscherten, kamen Forstexperten von den Bayerischen Staatsforsten (BaySF) und dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) zusammen. Hubert Weiger, der Ehrenvorsitzende des BN, und Ralf Straußberger, der Wald- und Jagdreferent, waren ebenfalls vor Ort und hatten wichtige Informationen im Gepäck.
Der Fokus der Veranstaltung lag ganz klar auf den Möglichkeiten des Waldumbaus und der Waldverjüngung durch gezielte Nachpflanzungen. Mit dem Hintergrund der aktuellen Trockenheit, die in diesem Jahr eine große Herausforderung für die Wälder darstellt, wurde eindringlich auf die Notwendigkeit eines Umdenkens hingewiesen. Positive Beispiele für den gezielten Waldumbau auf Flächen der Bayerischen Staatsforsten wurden vorgestellt. Dabei wurde deutlich, wie wichtig es ist, auch die Mischwälder zu fördern, die unter Altfichten entstanden sind. Hubert Weiger betonte, dass die Zukunft unserer Wälder in der Vielfalt der Baumarten liegt.
Waldumbau – Ein Blick in die Vergangenheit und in die Zukunft
Auf dieser Veranstaltung war es nicht nur ein Austausch über aktuelle Probleme, sondern auch eine Rückschau auf erfolgreiche Waldumbau-Flächen aus den Jahren 1970 bis 2000. Armin Liebhard, ein ehemaliger Forstdirektor, der 1995 mit der Karl Gayer-Medaille für seine Verdienste ausgezeichnet wurde, erzählte von seiner Arbeit, bei der er Fichtenwälder erfolgreich in Mischwälder umbaute. Diese Geschichten sind nicht nur lehrreich, sie zeigen auch, dass Wandel möglich ist.
Doch die Herausforderungen sind groß. Aktuell gibt es immense Kahlflächen im Frankenwald, die nach den massiven Waldsterben seit 2018 entstanden sind. Der BN warnt eindringlich vor finanziellen Schäden für Waldbesitzer und den erhöhten Gefahren durch Hochwasser, Erosion und eine möglicherweise sinkende Trinkwasserqualität, wenn nicht rechtzeitig gehandelt wird. Ralf Straußberger plädiert für einen Waldumbau unter Altfichten mit Arten wie Weißtannen, Buchen und Ahorn. „Es gibt über 600.000 Hektar umbaubedürftige Nadelwälder in Bayern“, sagt er, „und wir müssen in den nächsten 20 bis 30 Jahren jedes Jahr 20.000 bis 30.000 Hektar umwandeln.“ Das sind ehrgeizige Ziele, die nur gemeinsam erreicht werden können!
Ein Aufruf zum Handeln
Hubert Weiger appelliert eindringlich an alle Waldbesitzer: „Lasst uns gemeinsam die Fichtenwälder umbauen! Wir haben Unterstützung von der Forstverwaltung und der Waldbesitzervereinigung.“ In Krisensituationen, so wird betont, ist es zudem wichtig, dass die Jagd mehr Unterstützung für die Wälder bietet. Eine Erhöhung der Abschusszahlen bei Rehwild und Rotwild könnte entscheidend sein, um die Wälder zu entlasten und eine gesunde Entwicklung zu fördern.
Ein Waldumbauprogramm 2050 könnte die Weichen für die Zukunft stellen, fordert Weiger. Mehr Personal und Fördergelder für die Forstbehörden sind unerlässlich, um die Herausforderungen der kommenden Jahre zu meistern. Die Begeisterung und der Wille zur Veränderung sind spürbar, und es bleibt zu hoffen, dass diese Botschaften nicht nur Gehör finden, sondern auch in Taten umgesetzt werden. Denn die Zukunft unserer Wälder – und damit auch unsere eigene – hängt entscheidend davon ab, wie wir heute handeln.