Im beschaulichen Lamitztal bei Wallenfels fand am 27. April 2026 eine informative Veranstaltung zum Thema „Waldumbau“ statt, organisiert vom Bund Naturschutz in Bayern (BN). In einer Zeit, in der unsere Wälder mehr denn je unter Stress leiden, ist der Dialog über deren Zukunft entscheidend. Forstexperten aus den Bayerischen Staatsforsten (BaySF) und dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) waren vor Ort, um der Öffentlichkeit Einblicke in erfolgreiche Waldumbauprojekte zu geben. Hubert Weiger, der Ehrenvorsitzende des BN, sowie Ralf Straußberger, Wald- und Jagdreferent, trugen ebenfalls zur Diskussion bei.

Das Hauptaugenmerk der Veranstaltung lag auf der wichtigen Rolle der Mischwälder, die in den vergangenen Jahrzehnten aus Altfichten entstanden sind. Weiger betonte die Notwendigkeit, die Fichtenwälder umzubauen und dabei besonders auf Arten wie Weißtannen, Buchen und Ahorn zu setzen. Dies ist besonders wichtig, da große Kahlflächen im Frankenwald zurückbleiben, nachdem viele Wälder seit 2018 abgestorben sind. Die Trockenheit in diesem Jahr stellt zudem eine zusätzliche Herausforderung dar, wodurch im Waldumbau dringender Handlungsbedarf besteht.

Erfolgsgeschichten und Herausforderungen

Die Teilnehmer erhielten spannende Einblicke in erfolgreiche Umbaumaßnahmen aus den Jahren 1970 bis 2000. Armin Liebhard, ehemaliger Forstdirektor und Träger der Karl Gayer-Medaille, wurde für seine Verdienste im Bereich Waldumbau gewürdigt. Sein Engagement, Fichtenwälder in stabile Mischwälder umzuwandeln, hat einen langfristigen positiven Einfluss auf die Ecosysteme im Frankenwald gehabt.

Trotz dieser Erfolgsgeschichten warnt der BN vor den finanziellen Schäden, die aus ungenutzten Kahlflächen resultieren. Ralf Straußberger machte klar, dass ohne rechtzeitige Maßnahmen die Gefahren durch Hochwasser, Erosion und eine sinkende Trinkwasserqualität zunehmen könnten. Ein Aufruf zur Unterstützung an die Waldbesitzer wurde uneingeschränkt ausgesprochen. Weiger forderte, dass nicht nur die Forstverwaltung, sondern auch die Waldbesitzervereinigungen aktiv an der Lösung dieser Herausforderungen arbeiten sollten.

Der Weg in eine nachhaltige Zukunft

Eine der zentralen Botschaften der Veranstaltung war die Notwendigkeit eines Waldumbauprogramms bis 2050. Über 600.000 Hektar Nadelwälder in Bayern sind umbaubedürftig, und in den kommenden 20 bis 30 Jahren sollten jährlich zwischen 20.000 und 30.000 Hektar umgestaltet werden. „Wir brauchen mehr Personal und Fördergelder für die Forstbehörden“, so Weiger. Nur so kann die Zukunft unserer Wälder gesichert werden.

Die Jagd spielt außerdem eine wesentliche Rolle in Krisensituationen. Hier ist ein verstärktes Engagement gefragt, vor allem in Form erhöhter Abschusszahlen bei Rehwild und Rotwild, um den Waldumbau zu unterstützen. Straußberger erklärte, dass es wichtig sei, erfolgreiche Beispiele von Waldumbau in Bayern zu verbreiten, um andere Waldbesitzer zur Nachahmung zu ermutigen.

Wie die Veranstaltung deutlich machte, braucht es jetzt mutige Schritte in die Zukunft unserer Wälder. Es liegt an uns, die richtige Balance zu finden und nachhaltige Lösungen für die Herausforderungen des Waldumbaus zu implementieren. Der Frankenwald hat viele Möglichkeiten, wenn wir alle gemeinsam anpacken.

Für weitere Informationen zu diesem Thema können Sie die Berichte von np-coburg.de und bund-naturschutz.de lesen.