Inklusion zum Anfassen: Kemptens Oberbürgermeister im Herzen der S-Werkstatt
Heute ist der 21.05.2026, und in Kempten (Allgäu) hat sich etwas ganz Besonderes ereignet. Der neue Oberbürgermeister Christian Schoch hat die S-Werkstatt der Allgäuer Werkstätten am Eggener Berg besucht. Der Anlass? Die Projektwoche „Zam schaffa“ des Gemeindepsychiatrischen Verbunds (GPV). Hierbei geht es darum, positive Beispiele der beruflichen Inklusion und Teilhabe sichtbar zu machen – ein Thema, das uns alle angeht, und das in Zeiten, in denen Integration mehr denn je gefordert ist, eine große Bedeutung hat.
In der S-Werkstatt arbeiten insgesamt 53 Menschen mit seelischen Beeinträchtigungen. Die Diagnosen sind so vielfältig wie die Menschen selbst, und jeder Einzelne bekommt eine individuelle Begleitung durch ein engagiertes Team von zehn hauptamtlichen Kräften. Das ist wichtig, denn viele der Mitarbeitenden haben in ihrer Schulzeit oder während der Ausbildung mit Erkrankungen zu kämpfen gehabt. Der Besuch von Schoch und Björn Athmer, dem Regionalgeschäftsführer der IHK Schwaben, war nicht nur ein symbolischer Akt, sondern eine echte Berührung mit der Realität vor Ort.
Einblicke in die Werkstatt
Mit Kittel und Haarnetz ausgerüstet, stürzten sich die beiden Gäste in die Seifenproduktion. Schoch füllte Seife in Flaschen ab und bemerkte schnell, dass Ablenkungen ganz schön zu Fehlern führen können – eine Erkenntnis, die ganz nebenbei auch im Alltag gilt, oder? Athmer hingegen klebte Etiketten auf die Flaschen, bevor er in die Imker-Abteilung wechselte. Dort stellte er Wachsplatten her und schnitt sie zu. „Das Gießen von flüssigem Wachs in Wabenform ist eine wahre Herausforderung“, äußerte er, und man spürte seine Begeisterung für die Arbeit.
Beeindruckt zeigten sich beide von den Leistungen der Mitarbeitenden. Peter Scheuermann, der Betriebsleiter, machte deutlich: Solange der erste Arbeitsmarkt nicht inklusiv ist, sind solche Werkstätten unverzichtbar. Matthias Zimmermann, Geschäftsführer der Allgäuer Werkstätten, sieht sie als essenziellen Teil der Teilhabe am Arbeitsleben. Ein Blick auf die Gesichter der Mitarbeitenden verriet, dass viele hier nicht nur Arbeit finden, sondern auch eine Art von Lebenssinn.
Persönliche Geschichten
Die persönlichen Erfahrungen der Mitarbeitenden sind es, die einen besonders berühren. Thomas Wawrzinek, einer der Beschäftigten, hebt die Sicherheit hervor, die ihm die Werkstatt bietet. „Es tut gut zu wissen, dass man hier einen Platz hat“, sagt er. Daniel Frick hingegen hat größere Träume. Er möchte eine sozialversicherte Festanstellung und äußerte seinen Wunsch direkt gegenüber OB Schoch. Das zeigt, wie wichtig der Austausch zwischen den verschiedenen Akteuren ist.
Solche Besuche sind mehr als nur PR-Gags. Sie öffnen Türen für Gespräche, für neue Perspektiven und vielleicht sogar für eine bessere Zukunft. Kempten hat hier einen Schritt in die richtige Richtung gemacht, und es bleibt zu hoffen, dass diese positive Entwicklung in der Region weitergeht – für alle, die Teil der Gemeinschaft sind.
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