Am 23. April 2026 feierte Hermann Ott in Goßmannsdorf ein bemerkenswertes Jubiläum: seinen 90. Geburtstag. Der gebürtige Goßmannsdorfer, der 1936 als Sohn von Hermann und Anna Ott das Licht der Welt erblickte, ist eine wahre Institution in seiner Heimatgemeinde. Nach seiner Schulzeit in Goßmannsdorf erlernte er das Handwerk des Parkettlegers bei der Firma Schweinfest in der Sulzenmühle und fand schließlich seine Berufung bei dem Küchenhersteller Ilse in Haßfurt, wo er stolze 28 Jahre arbeitete.
Die Feierlichkeiten zu diesem runden Geburtstag wurden von prominenten Gästen wie der stellvertretenden Landrätin Birgit Bayer und Bürgermeister Alexander Bergmann begleitet. Hermann Ott, der bei bester Gesundheit ist, hat im Laufe der Jahre nicht nur sein Handwerk, sondern auch das Wissen um die Zeit selbst bewahrt.
Ein Meister der Zeit
Besonders erwähnenswert ist seine langjährige Betreuung der Turmuhr in der Goßmannsdorfer Pfarrkirche St. Margaretha. Diese mechanische Uhr, die 1925 von der Firma Hörz in Ulm eingebaut wurde, befindet sich im Kirchturm unter dem Glockenstuhl und ist für die rund 900 Einwohner von Goßmannsdorf von großer Bedeutung. Hermann Ott kümmert sich seit über 50 Jahren um diese Uhr, die er mit viel Hingabe pflegt. Sie benötigt gelegentlich ein paar Tropfen Öl und wird zweimal pro Woche überprüft, wobei die Genauigkeit höchstens eine Minute Abweichung pro Woche beträgt, abhängig von der Witterung.
Sein Wissen über die Mechanik der Uhr hat er von seinem Vater gelernt, der auch schon die Vorgängerversion gewartet hat. Heute gibt er seine Kenntnisse an seinen Sohn Daniel weiter. Die Uhr wird am Ostersonntag, nach Mitternacht, auf die Sommerzeit umgestellt, eine Aufgabe, die Hermann Ott stets mit Bedacht und Hingabe erledigt. Früher stellte er die Uhr in der Nacht um zwei oder drei Uhr, heute plant er die Umstellung wahrscheinlich am Karsamstag.
Ein Leben voller Engagement
Hermann Ott ist nicht nur als Handwerker, sondern auch als Hüter der Zeit ein Vorbild für die Gemeinde. Bei einer Abweichung von 20 Sekunden geht er sofort in den Turm, um sicherzustellen, dass die Uhr präzise läuft. „Die Zeit ist wichtig“, sagt er oft, und das spüren die Menschen in Goßmannsdorf, wenn sie die Uhr für ihre täglichen Rhythmen nutzen. Die vier Gewichte der Uhr müssen im Falle eines Defekts manuell nach oben bewegt werden, doch der Elektromotor übernimmt in der Regel diese Aufgabe.
So zeigt sich Hermann Ott nicht nur als ein Urgestein Goßmannsdorfs, sondern auch als ein lebendiges Stück Geschichte, das mit jedem Ticken der Uhr weitergeschrieben wird. Wir gratulieren ihm herzlich zu seinem 90. Geburtstag und wünschen ihm alles Gute für die kommenden Jahre!