Heute ist der 11.06.2026. Es ist ein trister Tag in Günzburg. Die Nachricht vom Tod von Josip „Ćos“ Milković hat die Sportwelt hier in der Region erschüttert. Der 83-Jährige, der am Montag in Kroatien verstarb, war nicht nur ein herausragender Handballspieler, sondern auch ein Trainer, der die Geschicke des VfL Günzburg maßgeblich geprägt hat. Viele werden sich an seine unvergesslichen Momente erinnern, an denen er als 103-facher Nationalspieler Jugoslawiens die Hallen zum Beben brachte.

Milković war mehr als nur ein Spieler – er war ein Visionär. Als WM-Torschützenkönig von 1964 und Europapokalfinalist mit RK Medveščak Zagreb kam er in die schwäbische Provinz, um dem VfL Günzburg zu helfen, nach vielen gescheiterten Versuchen endlich den Sprung in die Bundesliga zu schaffen. Und das hat er mit Bravour geschafft! Unter seiner Leitung wurde der VfL Günzburg in der ersten Bundesliga-Saison nicht nur Vizepokalsieger, sondern qualifizierte sich auch für den Europapokal. Was für eine Leistung!

Ein Handball-Architekt

Unvergessen bleibt die Implementierung der 3:2:1-Deckung, die zu dieser Zeit in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckte. Die Gegner wussten oft nicht, wie ihnen geschah, wenn der VfL Günzburg auf dem Platz stand. Milković hatte ein feines Gespür dafür, Talente zu fördern. Spieler wie Charly Schulz verdanken ihm viel. Es war eine Zeit, in der Handball nicht nur ein Sport, sondern eine Leidenschaft war, die die Herzen der Fans eroberte.

Seine Trainerkarriere führte ihn auch zu großen Klubs wie dem THW Kiel und Bayer Leverkusen. In Kroatien übernahm er die Verantwortung als Nationaltrainer der neu formierten Auswahl. Da zeigt sich, wie sehr er im europäischen Handball geschätzt wurde. Der VfL Günzburg hat in einer offiziellen Erklärung seine Bestürzung über den Verlust von Milković zum Ausdruck gebracht und ihn als „sportlichen Architekten der größten Erfolge des Vereins“ gewürdigt. Das sagt schon einiges über seinen Einfluss aus!

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Ein bleibendes Erbe

Es ist kaum vorstellbar, wie viele Generationen von Handballern Milković beeinflusst hat. Seine Philosophie und seine Trainingsmethoden werden noch lange in den Hallen und auf den Plätzen gelehrt werden. Der Handball hat durch ihn ein Stück seiner Seele verloren, und die Sportgemeinschaft wird ihn schmerzlich vermissen. In Gesprächen wird man oft den Namen Milković hören, wenn die Erinnerungen an die goldenen Zeiten des VfL Günzburg lebendig werden.

In Zeiten, in denen schnelle Erfolge oft über alles gestellt werden, bleibt es zu hoffen, dass die Werte und die Hingabe, für die Josip Milković stand, nicht in Vergessenheit geraten. Denn er war nicht nur ein Trainer, sondern ein Mensch, der den Sport liebte und sein Wissen weitergab. Ein Verlust, der tief sitzt und dessen Auswirkungen weit über die Grenzen von Günzburg hinaus spürbar sind.

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