Kampf um die Klammstraße: Ein Einkaufsparadies zwischen Hoffnung und Verzweiflung
Die Klammstraße in Garmisch-Partenkirchen hat in den letzten Monaten eine spürbare Wandlung durchgemacht. Seit mehr als sieben Monaten steht die Feneberg-Filiale leer, und die 1800 Quadratmeter große Ladenfläche wartet auf neue Möglichkeiten. Einheimische und Urlauber vermissen die Einkaufsmöglichkeit und bemerken, dass die Kundenfrequenz in der Umgebung zurückgegangen ist. Die Ladenbetreiber in der Klammstraße haben das Gefühl, dass der Verlust der Filiale zu einem Rückgang der Besucherzahlen führt. Immer mehr Menschen nutzen die Straße als Parkplatz, ziehen aber schnell weiter, ohne in den Geschäften Halt zu machen.
Die Geschäftsleute in der Umgebung sind besorgt. Sie wünschen sich dringend einen neuen Nahversorger oder einen Drogeriemarkt, um die Kunden zurückzugewinnen. Die Eigentümer der Ladenfläche, die Patrizia Grundinvest mbH aus Augsburg, haben die Fläche weiterhin an Feneberg vermietet, doch der Vertrag soll im Laufe des Sommers enden. Seit Anfang 2026 wird die Fläche vermarktet, und es gibt erste Mietinteressenten. Details dazu sind allerdings noch unklar. Die Gemeinde hat keinen direkten Einfluss auf die Nachmietersuche, sieht aber die Lage der Immobilie als suboptimal an. Wirtschaftsförderer der Gemeinde stehen im Austausch mit der Patrizia Grundinvest mbH, um die Situation zu klären. Die Sorgen um das mögliche Aussterben der Klammstraße werden immer lauter.
Die Situation von Feneberg
Doch was ist überhaupt mit Feneberg passiert? Am 1. April wurde für die Allgäuer Supermarktkette ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eröffnet. Sanierungsgeschäftsführer Stephan Leibold hat darüber informiert, dass der Geschäftsbetrieb in allen 72 Filialen weiterhin uneingeschränkt läuft. Das ist doch eigentlich eine gute Nachricht! Lieferanten, Produzenten und Geschäftspartner garantieren eine kontinuierliche Warenversorgung, und auch die Tankstellen bleiben regulär geöffnet. Dennoch lastet eine große Schuldenlast von rund 200 Millionen Euro auf dem Unternehmen, verursacht durch hohe Pensionsrückstellungen und Darlehen.
Die Gespräche mit Investoren über eine mögliche Übernahme laufen, und die großen Namen Edeka und Rewe gelten als aussichtsreiche Kandidaten. Allerdings könnte eine komplette Übernahme aus kartellrechtlichen Gründen unwahrscheinlich sein. In den nächsten vier bis sechs Wochen soll eine Lösung für Feneberg präsentiert werden, wobei das Ziel darin besteht, das Filialnetz zu erhalten und möglichst viele Arbeitsplätze zu sichern. Letztlich hat Feneberg über 500 Millionen Euro Jahresumsatz erwirtschaftet und beschäftigt rund 3000 Mitarbeitende. So gesehen ist die Situation nicht hoffnungslos, doch für die Klammstraße bleibt die Frage: Wie geht es nun weiter?
Die Sorgen um die Klammstraße und die fehlende Einkaufsmöglichkeit sind mehr als nur Worte. Sie spiegeln die Realität wider, in der die Menschen leben und arbeiten. Die Zukunft der Klammstraße hängt von vielen Faktoren ab, doch eines ist sicher: Die Menschen hier möchten ihre Einkaufsmöglichkeiten zurück. Ein Umdenken ist gefordert, nicht nur von den Eigentümern der Fläche, sondern auch von der Gemeinde und den Geschäftsleuten. Die Hoffnung, dass bald ein neuer Nahversorger die Klammstraße wiederbelebt, bleibt bestehen.


