In Fürth sorgt die Lebenshilfe für ganz besondere Aufmerksamkeit. Aktuell stehen rund 160 Kinder auf der Warteliste für die Frühförderung. Ein Umstand, der nicht nur die Verantwortlichen, sondern auch die Familien in der Region beschäftigt. Die heilpädagogischen Tagesstätten sind voll ausgelastet, und bei der jüngsten Mitgliederversammlung wurde deutlich: Der Bedarf an frühzeitiger Unterstützung wächst stetig.

Die Herausforderungen sind gewaltig. Fachkräftemangel und die schwierige Finanzierung sind ständige Begleiter, die den Weg zur optimalen Förderung erschweren. Dennoch gibt es auch Lichtblicke! Die Frühförderstelle hat erst vor Kurzem in modernisierte Räumlichkeiten in der Karolinenstraße 108 umgezogen, unterstützt durch die Aktion Sternstunden. Ein großer Schritt, der die Qualität der Angebote hoffentlich weiter steigern wird.

Vielfältige Unterstützung für Kinder und Familien

Die interdisziplinäre Frühförderstelle bietet Kindern mit Entwicklungsstörungen oder Behinderungen eine wertvolle Anlaufstelle. Die Unterstützung reicht vom ersten Lebensjahr bis zur Einschulung und wird individuell, ganzheitlich und familienorientiert gestaltet. Ein engagiertes Team aus Sozialpädagogen, Heil- und Kindheitspädagogen, Psychologen und Therapeuten arbeitet Hand in Hand mit den Familien, Kinderärzten und gegebenenfalls auch den Kindergärten.

Eltern, die sich Sorgen um die Entwicklung ihres Kindes machen – sei es wegen undeutlichem Sprechen, frühen Geburten oder auffälligem Verhalten – finden hier Hilfe. Das Angebot umfasst Beratungen zu Erziehung, Kindergartenwahl, Diagnostik des Entwicklungsstands, sowie verschiedene Therapien wie Logopädie und Ergotherapie. Diese Unterstützung erfolgt entweder in der Frühförderstelle, zu Hause oder in Kindertagesstätten. Voraussetzung dafür ist eine kinderärztliche Verordnung, die den Weg zur Förderung ebnet.

Ein starkes Netzwerk für Barrierefreiheit

Die Offenen Hilfen der Lebenshilfe begleiten etwa 450 Familien und profitieren von der Unterstützung von rund 300 Ehrenamtlichen. Gemeinsam mit den Dambacher Werkstätten und dem Ludwigscafé haben sie sich beim Open-Beatz-Festival für Barrierefreiheit stark gemacht. Solche Initiativen sind entscheidend, um Inklusion in der Gesellschaft zu fördern. Zudem war die Lebenshilfe auf der inklusiven Jobmesse InkluJob vertreten, um die berufliche Teilhabe von Menschen mit Unterstützungsbedarf zu stärken.

Für die ehrenamtliche Arbeit wurden Diethart Bischof und Sandra Schober mit der Silbernen Ehrennadel der Lebenshilfe Bayern geehrt. Beide sind seit mehr als 20 Jahren im Aufsichtsrat aktiv und setzen sich leidenschaftlich für die Belange von Menschen mit Unterstützungsbedarf ein. Auch Christa und Walter Schober, die die Veeh-Harfengruppe der Lebenshilfe gegründet haben, wurden für ihr langjähriges Engagement gewürdigt.

Die Herausforderungen der Frühförderung

Die Situation in der Frühförderung zeigt, dass trotz aller Bemühungen noch viel zu tun ist. Eine umfassende Studie der Bundesregierung beschreibt die Schwierigkeiten in der Organisation, Finanzierung und Umsetzung von Frühförderung in Deutschland. Diese „Komplexleistung“ soll medizinisch-therapeutische und heilpädagogische Maßnahmen vereinen, doch die Realität ist oft eine andere. Das zeigt sich ganz besonders bei der Finanzierung, wo es immer wieder zu Engpässen kommt.

Die Lebenshilfe Fürth ist sich dieser Herausforderungen bewusst und arbeitet kontinuierlich daran, die bestmögliche Unterstützung für die Kinder und ihre Familien zu gewährleisten. Es bleibt zu hoffen, dass durch die Aufklärung und die Vernetzung mehr Menschen auf die Angebote aufmerksam werden und die notwendigen Ressourcen bereitgestellt werden, um den steigenden Bedarf zu decken. Die Zukunft der Kinder in Fürth sollte schließlich nicht auf der Strecke bleiben.