Am Mittwoch, den 29. April, um 19 Uhr, wird das Rathaus in Tutzing zum Schauplatz einer spannenden Veranstaltung zur Energiezukunft. Eingeladen hat Bürgermeister Ludwig Horn in Zusammenarbeit mit den Initiativen „MiTeinander in Tutzing“ und „Komm:Transform“. Ziel der Veranstaltung ist es, über die Gestaltung der Energieversorgung zu diskutieren und gegenseitige Unterstützung zu leisten. Ein bunter Strauß an Teilnehmern, darunter Gemeinderatsmitglieder, Vertreter der Energiegenossenschaft Fünfseenland, Bürgerenergie Tutzing, die Aktionsgemeinschaft Tutzinger Gewerbetreibender, die Klimaagentur „Klima3“ und das Start-up „Zählerfreunde“, wird erwartet.
Die Veranstaltung wird durch innovative Präsentationen der Start-ups bereichert, die ihre Lösungen in einminütigen Videos vorstellen. Ein Highlight ist das Wuppertaler Start-up Viadukt, das einen digitalen Zwilling von Tutzing zeigt, um Potenziale und Fortschritte für die Gebäudeanalyse aufzuzeigen. Nick Tewes von „joinTransition“ koordiniert die Initiativen und hebt den Nutzen für die Tutzinger Haushalte und Unternehmen hervor. Diese Engagements sind Teil der vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Initiative „Komm:Transform“, die sich der Energiewende verschrieben hat.
Ein Blick auf die Bürgerenergie in Tutzing
Die Gründung der Bürgerenergie-Genossenschaft in Tutzing stößt auf großes Interesse. In der ersten Finanzierungsrunde sollen 500.000 Euro aufgebracht werden, die bald abgeschlossen werden könnte. Bereits über 100 Mitglieder haben sich der Genossenschaft angeschlossen und Anteile von fast 200.000 Euro gezeichnet. Die Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder, darunter Dr. Martin Fischer, Silke Heuschmann, Dr. Marco Lorenz, Prof. Perry Reisewitz und Korbinian Schlingermann, haben sich hohe Ziele gesetzt. Bis Jahresende werden die geplanten Genehmigungen und Förderungszusagen für den Bürgerenergiepark am Oberen Hirschberg erwartet.
Das Projekt umfasst eine Agri-PV-Anlage, die landwirtschaftliche Nutzung und Klimaschutz miteinander verbindet. Gespräche mit einem Tutzinger Landwirt über die Schafnutzung auf den Flächen laufen bereits. Die ersten Investitionen für den Bauabschnitt sind mit 6,3 Millionen Euro veranschlagt, während der zweite Bauabschnitt gemeinsam genehmigt werden soll, dessen Kosten sich auf etwa 20 Millionen Euro belaufen. Ein kooperatives Genehmigungsverfahren und ein abgeschlossener Pachtvertrag für die Fläche zeigen, dass die Untere Naturschutzbehörde die Lage der PV-Anlage positiv bewertet, um die Landschaftsbeeinträchtigung zu minimieren.
Gemeinsam an einer nachhaltigen Zukunft arbeiten
Die positive Resonanz aus der Bevölkerung ist erfreulich, doch es gibt auch kritische Fragen, die in der Veranstaltung behandelt werden könnten. Ein zentrales Anliegen der Genossenschaft ist es, dass die Vorrangstellung für Investitionen den Tutzinger Bürgerinnen und Bürgern zugesprochen wird, bevor auch externe Anleger in Betracht gezogen werden. Die Mitglieder haben gleiches Stimmrecht, unabhängig von der Höhe ihrer Beteiligung, was das demokratische Prinzip innerhalb der Genossenschaft stärkt. Eigenmittel sollen das Risiko für Anleger minimieren, während eine Fremdfinanzierung durch Banken nicht geplant ist.
Die bevorstehenden Initiativen in Tutzing zeigen, dass die Gemeinde aktiv an der Energiewende und der Klimaneutralität arbeitet. Mit einem starken Gemeinschaftsgefühl und innovativen Ansätzen wird Tutzing zu einem Vorreiter in der nachhaltigen Energieversorgung. Es bleibt spannend, wie sich die Diskussionen und Projekte entwickeln und welchen Einfluss sie auf die zukünftige Energieversorgung in der Region haben werden.