PFAS-Skandal in Fürstenfeldbruck: Was bedeutet die Kontamination für unsere Trinkwasserqualität?
In Fürstenfeldbruck gibt es zurzeit großen Gesprächsstoff – und das nicht nur wegen der herrlichen Natur und den gemütlichen Biergärten. Die Diskussion dreht sich um die Verunreinigung des Fliegerhorsts, die auf die Bundeswehr zurückzuführen ist. Ja, richtig gehört! Die Bundeswehr, die das Gelände besitzt, ist der Verursacher dieser Altlasten. Dabei sind die Schadstoffe, die hier umhergeistern, alles andere als harmlos. Die Rede ist von PFAS, einer Gruppe von per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen, die in unzähligen Alltagsprodukten wie Pfannen, Pizzakartons und sogar in Löschschaum vorkommen.
Ein Gutachten, das im Juni 2024 veröffentlicht wurde, hat nun den akuten Handlungsbedarf unterstrichen. Es fehlen hydraulische Barrieren, die nötig wären, um die Schadstoffe am weiteren Austritt zu hindern. Das Landratsamt hat die Federführung im Umgang mit dieser Altlast und sieht eine Sanierung des Geländes als notwendig an, um mögliche Gefahren für die Trinkwasserqualität zu vermeiden. Doch das ist leichter gesagt als getan – die Entscheidung über den Sanierungsbedarf wird erst nach Abschluss aller Untersuchungen getroffen.
Messungen und Kontaminationswerte
In den letzten Monaten haben die Behörden verschiedene Messungen durchgeführt, um das Ausmaß der PFOS-Verunreinigung zu ermitteln. So wurden im September 2023 in einem Brunnen bei Esting 0,32 Mikrogramm PFOS pro Liter Wasser nachgewiesen. Auch zwei Weiher bei Bergkirchen waren betroffen: dort wurden jeweils 0,13 Mikrogramm festgestellt. Unglaublich, dass 2020 sogar 11,8 Mikrogramm PFOS im Blut eines Angelsportvereinsvorsitzenden gefunden wurden! Das wirft Fragen auf, und nicht nur einige Fischer werden da nervös.
Die höchste Konzentration von PFOS wurde in den oberen Bodenschichten festgestellt, mit erschreckenden 21,54 Mikrogramm pro Liter beim Löschübungsbecken. Doch so einfach ist das nicht – das Vorhandensein von PFAS bedeutet nicht automatisch eine Gefahr im Sinne des Bundesbodenschutzgesetzes. Das Landratsamt warnt zudem vor einem „übereilten Vorgehen“ und betont die rechtlichen sowie fachlichen Vorgaben, die beachtet werden müssen.
Die Zukunft der Trinkwasserqualität
Besonders spannend wird es ab 2026, wenn die EU ihre Grenzwerte für PFAS im Trinkwasser verschärfen wird. Ab 2028 soll dann ein strengerer Grenzwert von 0,02 Mikrogramm pro Liter für bestimmte PFAS gelten. Das Landratsamt hat bisher keine spezifischen Auflagen für private Haushalte, Landwirte oder Angler erlassen, was vielleicht einige beruhigen mag. Aber die Aufbereitung des Trinkwassers mit Aktivkohle wird als nicht sinnvoll erachtet, wegen der geringen Werte, die gemessen wurden. Der Amperverband misst zwar die Trinkwasserqualität, jedoch nicht direkt auf dem Fliegerhorst oder im Abstrom.
Die Detailuntersuchung in Penzing wurde bereits 2022 abgeschlossen, während in Fürstenfeldbruck noch auf Ergebnisse gewartet wird. Die Anwohner sind gespannt, was die Untersuchungen noch ans Licht bringen werden. Denn eines ist klar: Die Themen Trinkwassersicherheit und Umweltschutz sind wichtiger denn je. In einer Zeit, in der wir alle auf sauberes Wasser angewiesen sind, bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen die richtigen Entscheidungen treffen – nicht nur für die Gegenwart, sondern auch für die kommenden Generationen.
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