Ende der Altkleidersammlung in Gernlinden: Förderverein sucht nach neuen Einnahmequellen für den Spielplatz
In den letzten 25 Jahren war die Altkleidersammlung des Fördervereins Spielplatz Gernlinden eine feste Institution in der Gemeinde. Doch nun ist Schluss damit! Der Verein kann keinen geeigneten Verwerter mehr finden und die Preise für Altkleider sind im Keller. Das hat zur Folge, dass die Einnahmen, die unter anderem für die Pflege des Spielplatzgeländes, das Spielplatzfest und neue Spielgeräte verwendet wurden, stark sinken werden.
Die Entscheidung fiel dem Vorstand nicht leicht. Robert Massenhauser, der Vereinsvorsitzende, berichtete, dass sie ein ganzes Jahr lang nach einem neuen Verwerter suchten. Der bisherige Abnehmer aus München hat aus wirtschaftlichen Gründen sein Geschäft aufgegeben. Das ist natürlich ein herber Rückschlag – nicht nur für den Verein, sondern auch für die Kinder, die auf die Angebote angewiesen sind. Denn die Altkleidersammlung war eine wichtige Einnahmequelle, die über die Jahre hinweg etwa 16 bis 20 Tonnen pro Jahr einbrachte.
Ein schwieriges Umfeld für Altkleidersammlungen
Die Situation ist nicht nur lokal, sondern hat auch einen größeren Kontext. In Europa fielen im Jahr 2020 rund sieben Millionen Tonnen Altkleider an. Der boomende Onlinehandel und die damit verbundene „Fast Fashion“ haben die Qualität der gesammelten Textilien verschlechtert. Während bis 2018 noch rund 60 bis 65 Prozent wiederverwendet werden konnten, sind es 2023 nur noch 44 Prozent. Der Rest landet oft als Putzlappen, Dämmmaterial oder wird verbrannt. Die Gründe dafür sind vielfältig – von schlechten Materialkombinationen bis hin zu einem Überangebot an günstiger Mode. Auch die EU hat das Problem erkannt und plant, die Textilindustrie mit neuen Vorgaben nachhaltiger zu gestalten.
Für Gernlinden bedeutet das nun, dass die monatliche Containersammlung am Schlittenberg, die Container am Sportplatz sowie am Spielplatz demnächst abgebaut werden. Ein herber Verlust, der nicht nur finanzielle Folgen hat. Der Förderverein wird mit einem Einnahmeausfall von einigen tausend Euro rechnen müssen, und das könnte das beliebte Spielplatzfest gefährden. Obwohl der Eintritt von fünf Euro pro Kind nicht erhöht werden soll, könnte es notwendig sein, die Geschenke beim Fest zu reduzieren. Das ist natürlich nicht ideal, aber die Mitglieder sind auf der Suche nach Sponsoren und Sachspenden, um den Spielplatz zu erhalten.
Ein Blick in die Zukunft
Die Herausforderung für den Förderverein ist klar: Wie kompensiert man die entstandenen Lücken? Die Altpapiersammlung wird weiterhin fortgeführt, aber die Frage bleibt, woher die finanziellen Mittel für die Pflege des Spielplatzes kommen sollen. Die neue EU-Richtlinie, die ab Januar 2025 in Kraft tritt, verpflichtet Kommunen zur getrennten Sammlung von Textilien. Das wird zwar die Situation verbessern, aber bis dahin müssen Lösungen her. Die Unsicherheit in der Bevölkerung, was mit Altkleidern passiert, hat zugenommen. Wo landen die alten T-Shirts und Hosen wirklich?
Die Bauarbeiten am Spielplatz sind bereits in vollem Gange. Der alte Holzturm wird durch einen neuen Doppelturm mit Brücke ersetzt. Ein bisschen Vorfreude auf den Frühling bleibt also: Dann wird der neue Turm wieder bespielbar sein. Doch bis dahin müssen die Kinder und Eltern die Herbstferien ohne ihren gewohnten Spielplatz verbringen. Es bleibt spannend zu sehen, wie sich die Situation für den Förderverein und den Spielplatz entwickeln wird. Vielleicht wird sich ja noch eine kreative Lösung finden – die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt!
