Heute ist der 9.05.2026, ein ganz besonderer Tag für Willi Ottowa, denn er feiert seinen 85. Geburtstag! Ein beeindruckendes Alter, das nicht nur für Lebensjahre steht, sondern auch für eine ganz besondere Lebensgeschichte. Der gebürtige Sudetendeutsche wurde 1945 aus seiner Heimat vertrieben und fand nach einem unerwarteten Umweg – einer Zugpanne bei Pulling – Zuflucht in Freising.
Willi ist der letzte noch lebende Vertriebene aus Troppau, der hier in Freising eine neue Existenz aufgebaut hat. Er und seine Frau Inge leben seit 18 Jahren in einer gemütlichen Wohnung an der Bahnhofsstraße. Die Erinnerungen an die ersten Jahre in Freising sind lebendig: Die Familie Ottowa wurde in Viehwaggons nach Regensburg transportiert und landete schließlich in einem Auffanglager in Freising. Ihr erster Wohnsitz war der ehemalige Johannes-Kindergarten am Fürstendamm, wo ein Gedenkstein an die traurigen Ereignisse erinnert.
Ein Neuanfang in der Heimat
Die Anfänge waren nicht einfach. Zuerst lebte die Familie bei einem Bauern in der Moosstraße, später am Wörth, wo Willi als Kind Wurstkessel reinigen musste – das war ganz sicher kein Zuckerschlecken! Doch das Glück hielt Einzug, als Willi’s Vater 1950 aus russischer Kriegsgefangenschaft zurückkehrte und sich für bessere Wohnverhältnisse einsetzte. Innerhalb eines Tages erhielt die Familie eine größere Wohnung am Marienplatz. Ein kleiner Lichtblick in einem von Herausforderungen geprägten Leben.
Der Vater war es auch, der 1951 einen Malerbetrieb in Neustift gründete, der schnell florierte. 1955 wurde ein neues Gebäude in Lerchenfeld an der Ismaninger Straße errichtet, und die Erfolgsgeschichte der Familie Ottowa nahm ihren Lauf. Willi selbst legte 1963 die Meisterprüfung ab und heiratete 1961 Inge, die ebenfalls eine Vertriebene war. Aus dieser Ehe gingen zwei Kinder, Thomas und Elke, hervor, die wiederum fünf Enkelkinder schenkten. Ein schöner, lebendiger Familienbaum, der sich über die Jahre entfaltet hat!
Ein engagierter Freisinger
Willi Ottowa war nicht nur im Beruf erfolgreich; auch politisch hat er seinen Fußabdruck hinterlassen. Von 1972 bis 2008 war er für die CSU im Stadtrat aktiv und übernahm dort viele Jahre das Amt des Werkreferenten. Seine Leidenschaft für die Stadt und das Engagement in zahlreichen Freisinger Vereinen sind unübersehbar. Dabei hat er immer betont, wie wichtig die Familie für ihn ist – ein Wert, den er nicht nur lebt, sondern auch an seine Kinder und Enkel weitergibt.
Die Geschichte von Willi Ottowa ist eine von Resilienz und Zusammenhalt. An einem Tag wie diesem, an dem er seinen 85. Geburtstag feiert, könnte man meinen, da zieht die gesamte Stadt Freising den Hut vor einem Mann, der nicht nur die Höhen und Tiefen seines Lebens gemeistert hat, sondern auch die Geschichte der Stadt mitgeprägt hat. Herzlichen Glückwunsch, Willi! Auf viele weitere Jahre voller Erinnerungen und Geschichten!