In Freising gibt es Grund zur Freude: Die „Marienstörche“ sind in ihren neuen, künstlichen Horst umgezogen und haben mit der Brut begonnen. Zuvor hatten die Jungstörche versucht, auf der Säule im Freisinger Marienplatz zu nisten, konkret auf der Krone der Marienfigur. Diese Idee stieß jedoch auf Bedenken von Vogelexperten und Denkmalschützern, da die Krone unter der schweren Last der Störche verbogen war. Um eine tragfähige Lösung zu finden, ließ die Stadt einen künstlichen Horst anfertigen, der nun auf dem Marcushaus montiert wurde.

Nach anfänglichem Zögern blieben die Störche auf der Krone, bis sie schließlich das Nistmaterial in den neuen Horst brachten. Umweltreferent Manfred Drobny zeigt sich optimistisch, dass bereits Eier im neuen Nest liegen. Die Krone der Marienfigur hat durch die vorherige Besetzung allerdings leichte Schäden erlitten. In der Facebookgruppe „Freisinger Storchenfreunde“ wird der positive Ausgang des Vorfalls gefeiert, und insgesamt nisten jetzt drei Storchenpaare in der Altstadt rund um den Marienplatz. Drobny erwägt sogar, Freising zur „Storchenstadt“ zu erklären.

Die Bedeutung von Nisthilfen

Um den Störchen ein sicheres Zuhause zu bieten, sind Nisthilfen von entscheidender Bedeutung. Diese können nicht nur dazu beitragen, verlorene Horststandorte zu ersetzen, sondern auch die Ansiedlung von Störchen zu fördern. Der Bau einer solchen Nisthilfe erfordert einen geschätzten Arbeitsaufwand von 15 bis 20 Stunden. Die Materialien sind vielfältig, darunter Lärchenholzbretter, Kanthölzer und Besenstielstücke. Zudem benötigen Handwerker eine Vielzahl an Werkzeugen, von der Bohrmaschine bis zur Heißklebepistole.

Die Durchführung des Baus ist genauestens beschrieben: Von der Auslegung der Kanthölzer bis hin zur Befestigung des Nistkorbs sollten alle Schritte beachtet werden, um das Nest sicher und einladend zu gestalten. Ein randvoll gefüllter Nistplatz ist wichtig, um Staunässe zu vermeiden, und eine jährliche Kontrolle auf Fremdkörper wird dringend empfohlen. Eine liebevolle Gestaltung und Pflege der Nisthilfen kann nicht nur die Störche anziehen, sondern auch dazu beitragen, dass die Brutzeit erfolgreich verläuft.

Ein Blick in die Zukunft

Die Entwicklungen rund um die Marienstörche in Freising zeigen, wie wichtig der Schutz und die Förderung von Vogelarten in städtischen Gebieten sind. Die Stadt hat bereits Maßnahmen ergriffen, um den Störchen ein sicheres Zuhause zu bieten, und das positive Feedback der Bürger ist ein ermutigendes Zeichen. Mit drei nistenden Storchenpaaren in der Altstadt und dem Vorschlag, Freising zur „Storchenstadt“ zu erklären, könnte die Stadt auf dem besten Weg sein, ein Vorbild für andere Gemeinden zu werden.

Es bleibt spannend, wie sich die Storchenpopulation in Freising entwickeln wird. Die Zusammenarbeit zwischen den Stadtbehörden, Vogelexperten und Bürgern zeigt, dass ein gemeinsames Ziel erreicht werden kann: Ein harmonisches Miteinander von Mensch und Natur.